Spanien als doppelter Stolperstein

8. März 2007, 16:02
1 Posting

Bittere Niederlagen für Österreichs Teams - Herren brauchen Sieg gegen Polen - Damen ausgeschieden

Wien - Das österreichische Hockey-Herren-Nationalteam hat am Donnerstag Abend bei der Hallen-WM in Wien mit einem 4:6 (3:2) gegen Spanien die erste Niederlage kassiert. Damit hat die ÖHV-Truppe nicht nur die Chance auf den vorzeitigen Halbfinal-Einzug verspielt, sondern muss nun für den Aufstieg unter die letzten Vier am Freitag ab 18:00 Uhr gegen den noch ungeschlagenen Tabellenführer Polen unbedingt gewinnen.

Am Nachmittag hatte die Truppe von Coach Markus Felheim mit einem 7:4 gegen Kanada die Pflicht noch souverän erfüllt, und auch gegen die Spanier gut begonnen. Doch nach einer 3:1-Führung nach 14 Minuten glitt den ÖHV-Herren die Partie aus der Hand. "Ich bin ein bisschen traurig", meinte Felheim danach. "Wir haben uns mit individuellen Fehlern das Spiel kaputt gemacht. Schade, dass es kollektiv nicht funktioniert hat."

Der Trainer sah in der Routine der Iberer den entscheidenden Unterschied zu seiner recht jungen Equipe. Fabian Ringler hatte mit seinem Ausgleich zum 4:4 (36.) noch einmal Hoffnung aufkeimen lassen, die letzten drei Spielminuten brachen aber die entscheidenden Gegentore. "In so einer Situation braucht man eben Höchstleistungen von sechs Spielern", sprach Ringler Unkonzentriertheiten im Finish an.

Polen bei einem Spiel weniger sowie Österreich und Spanien gehen in Pool B mit je 9 Punkten in den Schlusstag. Die Polen als Vize-Weltmeister 2003 sind auf Grund ihres ausgezeichneten Torverhältnisses so gut wie Gruppensieger, einen Sieg gegen die noch punktlosen Südafrikaner vorausgesetzt. Da ein Erfolg der Spanier in ihrem ausstehenden Match gegen Italien zu erwarten ist, würde bei einem ÖHV-Erfolg gegen Polen die Tordifferenz entscheiden.

Dass die Österreicher da derzeit ein Plus von 6 Treffern gegenüber Spanien aufweisen, lässt hoffen. "Wir müssen positiv weiter machen", meinte Felheim daher auch. "Wir müssen sie aus dem Rhythmus bringen und brauchen dann auch das nötige Glück." In Gruppe A stehen die Deutschen bereits als Halbfinalisten fest, nach bisher vier Siegen ist ihnen der Gruppensieg kaum noch zu nehmen.

Nur theoretische Chance für Damen

Ebenso sieht es bei den Deutschen Damen in Gruppe A aus. Österreichs Team geht in Pool B zwar noch mit einer Halbfinal-Chance in den letzten Vorrunden-Tag, allerdings mit einer nur kleinen theoretischen. Damit dieser Fall eintritt, müssten alle für das Team von Trainerin Sabine Blemenschütz spielen und ihre Schützlinge zudem gegen Weißrussland gewinnen (16:55 Uhr).

Im Grunde wurde die Aufstiegschance am Nachmittag durch ein 3:5 ebenso gegen Spanien vergeben, ein 5:0-Erfolg am Abend gegen Südafrika half da wohl nur noch der Moral. Und auch Blemenschütz sah in der Spanien-Partie den Knackpunkt: "Die Spanierinnen sind eine sehr gute Mannschaft. Sie sind athletisch einen Tick besser und auf dem Feld sehr gut ausgebildet."(APA)

Herren - Gruppe B:

  • Österreich - Kanada 7:4 (2:2) Tore: Körper (8.,16.,23.,30.,31.), Stanzl (21.,24.) bzw. Robert (16.,19.,37.), Wettlaufer (33.)

  • Österreich - Spanien 4:6 (3:2) Tore: Proksch (4.), Körper (13., 14.), Ringler (36.) bzw. Aguilar (12., 31., 40.), Freixa (27., 38.), Delas (15.)

    Damen - Gruppe B:

  • Österreich - Spanien 3:5 (2:2) Tore: Körper (15.), Balek (18.), Specjal (27.) bzw. Camon (32.,38.), Munoz (7.), Romagosa (16.), Sanchez (40.)
  • Österreich - Südafrika 5:0 (1:0) Tore: Körper (15., 31.), Fail (23.), Balek (24.), Specjal (25.)
    Share if you care.