Ex-Pankl-Chef steigt bei Carbo Tech ein

7. März 2007, 14:25
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Ernst Wustinger beteiligt sich mit 49 Prozent und stockt Kapital des Salzburger Karbonfaser-Spezialisten um 3,5 Millionen Euro auf

Salzburg - Der steirische Ex-Pankl-Chef Ernst Wustinger (53) steigt mit 49 Prozent beim Salzburger Auto- und Rennsport-Zulieferer CarboTech ein. Der neue kaufmännische Geschäftsführer stockt das Kapital des Karbonfaser-Spezialisten um 3,5 Mio. Euro auf. Carbo Tech möchte in der Serienproduktion zulegen und den Vorjahres-Umsatz von knapp 19 Mio. Euro heuer um 15 Prozent steigern, gab das Unternehmen am Donnerstag bei einem Pressegespräch bekannt.

Suche nach finanzstarkem Partner

Die Suche nach einem finanzstarken Partner sei nach dem tragischen Tod des zweiten Gesellschafters Ernst Zürcher, der im vergangenen September mit seinem Segelflugzeug abgestürzt war, intensiviert worden, erläuterte Firmengründer und Geschäftsführer Karl Wagner. "Wir wussten, irgendwann brauchen wir Kapital und einen neuen Partner." Carbo Tech sei nach Kontakten von Schweden bis Dubai letztendlich mit fünf Partnern in ernsthafte Verhandlungen getreten. Der Industrielle Hannes Androsch sei bis zum Schluss dabei, die Lösung aber nicht ideal gewesen. "Der Fokus auf den Rennsport wäre verloren gegangen", erklärte Wagner. "Wir bleiben bei unseren Wurzeln."

Der neue Miteigentümer bringe große Erfahrungen in den Bereichen Rennsport und Serienfertigung ein. Wagner lernte Wustinger während der Projektentwicklung "Spielberg neu" kennen. "Unsere Interessen decken sich nahezu zu hundert Prozent", meinte Wustinger, der von 2003 bis 2006 CEO der "Pankl Racing Systems AG" war. Der Steirer ist unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender der Grazer Stadtwerke AG, weiters Beirat im Zukunftsfonds des Landes Steiermark und Stiftungsrat im ORF.

Drei gesunde Standbeine

Entscheidend für seinen Einstieg sei gewesen, dass bei Carbo Tech die Entwicklung, Produktion, Konstruktion und Berechnung in einer Hand liegen, betonte Wustinger. Er möchte jetzt das Unternehmen "fitter machen". Denn der Rennsport-Bereich sei bisher positiv, die Serienproduktion für die Autoindustrie negativ gelaufen. "Carbo Tech hat ein hohes Technologiepotenzial. Premiumkunden wie Porsche wissen das. Unsere Zielsetzung ist, dass die Serie in drei Jahren positiv ist und wir drei gleich starke, gesunde Standbeine haben: Den Rennsport, die Serienproduktion der Automobilindustrie und industrielle Anwendungen", sagte Wustinger. Derzeit lukriert Carbo Tech mehr als die Hälfte des Firmenumsatzes aus dem Verkauf von Leichtbauteilen für den Motorsport und die Formel 1.

Um die Serienproduktion und in Zukunft 20 Prozent des 150 Mio. Euro großes Marktfeldes abdecken zu können, werde Carbo Tech noch in diesem Jahr den Mitarbeiterstand von derzeit 200 um zehn Prozent erhöhen, kündigte Wagner an. Die Firma fertigt in Serie vor allem für den VW-Konzern Leichtbauteile für Sondermodelle an. Die durchschnittliche Stückzahl bezifferte Wagner mit 500 bis 2.000, es gebe aber auch Aufträge mit 5.000 Stück. (APA)

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    Ernst Wustinger

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