Nur wenige Firmenpensionen real erhöht

12. März 2007, 09:26
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"Sehr gute Erträge" erwirtschafteten die überbetrieblichen und betrieblichen Pensionskassen, Kürzung der Firmenpension für rund 4000 Pensionisten

Wien – Trotz guter Performance und Ertragslage der österreichischen Pensionskassen im Jahr 2006 kommt es auch heuer zu Kürzungen von Betriebspensionen. Rund 4000 der insgesamt 50.000 Pensionisten wird ihre Firmenpension um rund zwei Prozent gekürzt, ein Drittel kann sich über Erhöhungen im selben Ausmaß freuen. Gleich hoch bleibt die Zusatzpension für die Mehrheit der Betriebspensionäre, also 60 Prozent der Anspruchsberechtigten, versicherte Pensionskassen-Obmann Christian Böhm am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Die durchschnittliche Firmenpension beträgt monatlich 527 Euro. Von Kürzungen betroffen sind im wesentlichen immer die Gleichen: Jene sieben Prozent der Leistungsberechtigten, deren Ansprüche in den Neunziger Jahren mit höheren Rechnungszinsen in Pensionskassen übertragen wurden.

Sinkende Kaufkraft

Einmal mehr "enttäuscht" reagierte auf Böhms Ankündigung Günter Braun, Sprecher des Schutzverbands der Pensionskassenberechtigten (Pekabe): "Mit den von den Pensionskassen 2006 erwirtschafteten Ergebnissen können die Pensionen aus der zweiten Säule im Schnitt nur ohne Inflationsabgeltung ausbezahlt werden." Was die Pekabe besonders schmerzt: dass die Verluste aus fehlender Valorisierung mittlerweile bereits bis zu 26 Prozent betragen können. 2Damit sinkt die Kaufkraft einer Firmenpension auf nahezu die Hälfte", sagt Braun, der vorrechnet, dass für eine valutagerechte Angleichung ein Zinssatz von 7,5 Prozent notwendig wäre. Erwirtschaften konnten die Pensionskassen laut Böhm 2006 für ihre auf rund eine halbe Million angewachsene Schar von Anwartschafts- und Leistungsberechtigten durchschnittlich aber nur einen Ertrag von 5,5 Prozent.

Internationaler Vergleich

Da die Pensionskassen die geforderte Valorisierung mit dem vorgeschrieben Veranlagungsmix (60 Prozent festverzinslich, 40 Prozent Anleihen) offensichtlich nicht erwirtschaften können, hält man seitens des Pekabe einen Nachschuss durch die Dienstgeber für notwendig. Die wollen freilich nicht – und müssen auch nicht. Die Endlichkeit wird das Problem mit den de facto gekürzten Zusatzrenten übrigens nicht lösen, denn es rücken noch immer Leistungsberechtigte nach, deren Anwartschaften in den "goldenen" 1990ern übertragen wurden. Scheuen bräuchten die sechs überbetrieblichen und 13 betrieblichen Kassen den internationalen Vergleich nicht, meint Böhm,. Mit vier Prozent realem Ertrag übertreffe man andere Veranlagungsformen, die Performance lag zwischen 3,5 und neun Prozent. 2005 waren es 11,4 Prozent. Das veranlagte Vermögen stieg um 8,1 Prozent auf 12,4 Mrd. Euro. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.2.2007)

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