"Interaktive Webseiten" sollen aus Schulen verbannt werden

8. März 2007, 11:23
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US-Senator will MySpace, Youtube und Co. nicht im Alltag der Schüler wissen - Vage Definition könnte auch zum Bann von Wikipedia führen - Déjà-vue kommt nicht von ungefähr

Der für seine haarsträubenden Aussagen über das Internet bekannte US-Senator für Alaska Ted Stevens treibt die Diskussion um die neuen interaktiven Medieninhalte des WWW wieder einmal auf die Spitze. In seinem Gesetzesentwurf "49" beantragt er unter anderem den Zugang zu interaktiven Inhalten, wie die von sozialen Netzwerken, für Schulen und Bibliotheken blockieren zu lassen. Kritiker und Medienbeobachter warnen vor der vagen Definition des Antrags, die nicht nur eine Sperrung von Unterhaltungsmedien wie MySpace und Youtube nach sich ziehen könnte, sondern auch für die Informationssuche evidente Ressourcen wie Wikipedia aus dem Schulalltag verbannen könnte.

Absurd

Gerade der Ausschluss von Wikipedia aus Bibliotheken würde dieses Gesetz ad absurdum führen, so beispielsweise der ComputerWorld-Autor Preston Gralla. In der Tat kann Ted Stevens nicht gerade als Spezialist auf dem Gebiet der neuen Medien bezeichnet werden. Immer wieder entblößte er in der Vergangenheit sein Unwissen über diese Materie und die Möglichkeiten des Internets.

Rückblick

Der jetzige Gesetzesentwurf 49 hat zwar noch keinen offiziellen Namen, Insider bezeichnen ihn bereits als DOPA Junior. Der "Deleting Online Predators Act" hatte letztes Jahr mit täuschend ähnlichem Inhalt den Segen des Repräsentantenhauses erhalten, erhielt im Senat jedoch keinen Zuspruch. Der neue Gesetzesentwurf zeigt die Verbissenheit der DOPA-Befürworter nicht vom Vorschlag abweichen zu wollen. (zw)

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