Die Verhandlungen in Camp David gehen doch weiter

20. Juli 2000, 09:20

Madeleine Albright übernimmt die Leitung der Gespräche

Camp David - Die Nahost-Verhandlungen in Camp David gehen weiter. Trotz der Abreise von US-Präsident Bill Clinton am Donnerstag zum G-8-Gipfel in Japan bleiben der israelische Ministerpräsident Ehud Barak und Palästinenserpräsident Yasser Arafat am Verhandlungsort in den USA. Unter der Leitung von US-Außenministerin Madeleine Albright sollen sie die Gespräche für eine Friedenslösung zwischen Israel und den PalästinenserInnen fortsetzen.

Clinton sprach nach neuntägigen Verhandlungen sichtlich ermüdete von den "umfassendsten Gesprächen", die es jemals zwischen Israel und den PalästinenserInnen gegeben habe. Trotz intensiver Bemühungen gebe es weiter eine "substanzielle Kluft" in den Positionen. Man habe aber auch Fortschritte erzielt. Details nannte er nicht. Auch sein Sprecher Joe Lockhart lehnte nähere Angaben ab.

Mögliches Rahmenabkommen

Ein Vertreter Israels sagte, zumindest ein Rahmenabkommen sei möglich. Strittige Detailfragen könnten zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden. Auch Hassan Abdel Rahman von der palästinensischen Seite sagte, es gebe Bemühungen, die Verhandlungen fortzusetzen. In Medienberichten hieß es zuvor, dass die Differenzen in der Frage des künftigen Status von Jerusalem weiter sehr groß seien. Dagegen habe es aber eine Annäherung in anderen Kernfragen gegeben.

Zur Diskussion stehen in Camp David unter anderem die territoriale Größe eines Palästinenserstaates im Westjordanland und im Gazastreifen und die Zahl der jüdischen Siedlungen, die erhalten bleiben sollen, der künftige Status von Jerusalem, dessen Ostteil von den PalästinenserInnen als künftige Hauptstadt beansprucht wird, und das Schicksal von zwei bis vier Millionen palästinensischen Flüchtlingen sowie deren Nachkommen. Hauptproblem ist der künftige Status von Jerusalem. Rahman erklärte, ohne eine palästinensische Souveränität über Ostjerusalem könne es keine Einigung geben. Clinton versucht, beide Seiten zur Annahme amerikanischer Kompromissvorschläge zu bewegen. (APA/dpa/AP)

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