Tschechien öffnet Archive des kommunistischen Geheimdienstes

3. März 2007, 17:33
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Öffnung soll Aufarbeitung der jüngeren Geschichte ermöglichen

Die tschechische Regierung hat die Öffnung der Archive des ehemaligen kommunistischen Geheimdienstes StB angekündigt. Das Projekt "Offene Vergangenheit" solle den Tschechen ermöglichen herauszufinden, was geschen ist und es zu verstehen und aufzuarbeiten, sagte Innenminister Ivan Langer am Mittwoch in Prag. "Wir sollten besser verstehen können, wozu die Geheimpolizei fähig war", fügte er hinzu. Der Direktor der Geheimdienstarchive, Pavel Zacek, sagte der Nachrichtenagentur AFP, bisher seien die Unterlagen auf drei Archive verteilt. Erst 3,5 Prozent der Akten seien veröffentlicht.

Einsichtnahme war kaum möglich

In der Vergangenheit war die Einsicht von StB-Akten nach Angaben Zaceks kaum möglich: "Menschen, die Unterlagen anforderten, wurde gesagt, sie müssten drei Jahre warten oder es sei einfach nicht möglich, die Akten zu sehen", sagte der Archivleiter. Die Unterlagen des tschechischen Stasi-Pendants sollen nun daher freigegeben, digitalisiert und im Internet veröffentlicht werden. Ausgenommen sind nur Akten, die die nationale Sicherheit gefährden könnten. Das Ministerium hatte in den vergangenen Monaten bereits die Geheimdienstunterlagen-Behörde selbst umstrukturiert: Mit Zacek wurde ein neuer Direktor berufen, acht Mitarbeiter wurden wegen StB-Verstrickungen entlassen.(APA/AFP)

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