Bitte ein Pflaster!

21. Februar 2007, 17:00
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Während der Garten noch Pause macht, bietet es sich an, Trost in der Planung neuer Wege durchs bald erwachende Grün zu suchen

Alle Wege führen durch den Garten - irgendwie. Wenn der Trampelpfad von der Terrasse zum Blumenbeet aber mehr sein soll als ein schnöder solcher, dann will dessen Gestaltung wohl überlegt sein. Zum Beispiel jetzt, wo man im Garten ohnehin noch nicht wirklich aktiv werden kann.

"Viel begangene Wege sollten gepflastert sein", rät Alexandra Dallinger von der oberösterreichischen Firma freiraum Gartenarchitektur. "Für Hauptwege, die rutschfest und wintertauglich sein müssen, schlage ich immer Stein - passend zum Gartenstil - vor: Ist die Anlage eher rustikal, nehmen wir gern das gute, alte Granitpflaster; ist sie modern, sind großformatige Betonplatten der letzte Schrei." Diese Platten lassen sich auch problemlos vom Schnee befreien, ganz im Gegensatz zu kunstvollen Kieselmosaiken, die sich daher eher für Nebenwege eignen. "Besonders beliebt für Nebenwege sind momentan auch Trittplatten - wieder aus Beton - im Kiesbett oder im Rasen, wobei die Plattenoberkante bündig mit dem Rasen abschließen sollte, damit darüber gemäht werden kann", erklärt Dallinger.

Ein Revival der 50er

Abgesehen von der persönlichen Präferenz für das eine oder andere Material sind es die - oft unsichtbaren - Details, die über die Qualität (und damit Optik und Haltbarkeit) eines Pflasters entscheiden. Ein professioneller Ober- und Unterbau ist ebenso relevant wie die Verwendung von frostsicherem Material mit dem Zweck entsprechend richtigen Verband und harmonischen Anschlüssen und Übergängen.

Die Auswahl an Bodenbelägen ist heute größer denn je und reicht vom schlichten Erdweg für Mini-Budgets bis zu edlen Natursteinplatten oder Mosaiksteinen für jene, bei denen Kosten keine Rolle spielen. Dass der bereits erwähnte Beton, ein lange mit dem Makel des 1950er-Jahre-Wohnbaus behaftetes Material, seit einigen Jahren ein Revival als innovativer Baustoff erlebt, spiegelt sich im Sortiment der Baumärkte noch nicht angemessen wider.

Die Auswahl an Bodenbelägen aus Holz ist hingegen vergleichsweise groß. Heimische Weichhölzer wie Lärche, Tanne oder Fichte gibt's in jedem Baumarkt für wenig Geld, nicht wesentlich teurer auch Importware wie Douglasie, Western Red Cedar oder Weimouth-Kiefer. Doch Vorsicht: Dem Wetter ausgesetzt beginnt dieses Holz relativ schnell zu verwittern - je weicher, desto schneller. Risse, Fäulnis und Pilzbefall sind die Folgen.

Heimisches Thermoholz

Harthölzer wie Eiche wiederum schlagen mit überdurchschnittlich hohen Kosten zu Buche, ebenso tropische Hölzer, deren Herkunft außerdem meist fraglich ist. Clemens Purtscher vom Verein "Regenwald der Österreicher" meint: "Am sichersten ist noch FSC zertifiziertes Holz, also solches mit dem Gütesiegel des Forest Stewardship Council gekennzeichnet."

Eine ökologisch bessere, aber ebenfalls nicht ganz billige Alternative ist heimisches Thermoholz, das durch Wärmebehandlung die begehrten Eigenschaften der tropischen Hölzer - vor allem Farbe, Witterungsbeständigkeit und glatte Oberflächen - annimmt. Einen informativen Überblick über die Vielzahl an Materialien und Möglichkeiten bei der Gestaltung von Gartenwegen gibt der kürzlich erschienene Bildband "Das Pflasterbuch für den Garten": Die Landschaftsarchitektin Heidi Howcroft stellt darin Ideen für Wege, Treppen und Terrassen vor. (Marie-Thérèse Gudenus/Der Standard/Rondo/16/02/2007)

  • Das Pflasterbuch für den Garten
Callwey
152 Seiten
40 €
    foto: callwey verlag

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  • Wenn der Weg das Ziel ist: Kreislaufpflaster mit oder ohne Mosaik...
    foto: callwey verlag

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