Strafverminderung wegen "Missverhältnis" bei Berufungsverhandlung im Fall Camillus K.

20. Juli 2000, 11:14

Nur mehr zwei Monate statt sechs Monate bedingt für prügelnde Polizisten - Ihr Opfer bekam weiterhin vier Monate bedingt

Wien - Ein Dreiersenat des Wiener Oberlandesgerichtes hat am Donnerstag in der Causa Camillus K. in einer Berufungsverhandlung die Strafen für jene beiden Polizisten, die den gebürtigen Nigerianer bei einer Verkehrskontrolle im November 1998 in Wien-Donaustadt verprügelt haben sollen, von sechs auf jeweils zwei Monate bedingte Haft herabgesetzt.

Das erstinstanzliche Urteil gegen das Opfer der Beamten wurde hingegen garnicht verändert. Es bleibt somit bei der vom Erstgericht verhängten viermonatigen bedingten Freiheitsstrafe wegen versuchten Widerstandes gegen die Staatsgewalt für den 39-jährigen Mann. Die Vorsitzende begründete die Entscheidung unter anderem damit, dass bei Camillus K. der Strafrahmen drei Jahre betragen hat. Die Polizisten seien hingegen wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt worden worden, was einen Strafrahmen von lediglich einem Jahr bedeutet habe. Die Strafe für die Polizisten beträgt somit nur mehr die Hälfte der ihres Opfers.

Die in der ersten Instanz festgelegten Strafhöhen seien in einem "Missverhältnis" gestanden, befand das OLG . Alle drei Beschuldigten hatten nach ihrem Prozess im August des Vorjahres Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung geltend gemacht. (APA)

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