Sanierungsfonds VMS stärkt sich für Zukäufe

7. März 2007, 14:25
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Cosmos/Niedermeyer fusionieren Zentrale

Wien – Die Sanierungsgruppe VMS rund um die Elektroketten Niedermeyer und Cosmos hat Martin Benger in die Geschäftsführung geholt. Benger war bis Ende 2006 Finanzvorstand der UIAG. Sein neuer Job ist, Übernahmekandidaten zu finden und in Form zu bringen. Was ihn reize, sei dabei auch eigenes Geld zu investieren, sagt er dem STANDARD.

Die VMS hat unter der Führung von Paul Niederkofler bei Niedermeyer den Turnaround geschafft. Er verspricht, heuer Cosmos in die Gewinnzone zurückzubringen. Beide Zentralen sollen 2007 zusammengelegt werden, die Sanierung laufe nach Plan. Cosmos hat 15 Prozent der 1100 Vollzeit-Arbeitsplätze abgebaut. Zugleich seien die Sachkosten gesenkt und Einkaufskonditionen verbessert worden. Der Einkauf von Niedermeyer und Cosmos wurde dabei gebündelt.

Fonds mit 35 Mio. Euro

Die VMS prüft in Österreich und Deutschland jetzt weitere Zukäufe, sie sollen zum Teil heuer finalisiert werden. Ziel seien Ergänzungen zur Handelssparte. Bei branchenfremden Betrieben werde mit Partnern gearbeitet. Derzeit stehen dafür 25 Mio. Euro zur Verfügung. Das Kapital stammt je zur Hälfte von privaten und institutionellen Investoren.

Das Final Closing des Fonds ist für 30. April angesetzt. Benger erwartet ein Gesamtvolumen von mehr als 35 Mio. Euro. Der Fonds ist auf zehn Jahre ausgelegt, für Investitionen bleiben fünf Jahre Zeit.

Benger hält die Debatte um „Heuschrecken“ für nicht nachvollziehbar. "Wo wären heute Unternehmen wie Palfinger und Bene, wenn es keinen Finanzinvestoren gegeben hätte? Wo wäre Amazon heute?" In jeder Branche gebe es schwarze Schafe, das rechtfertige aber nicht die Kritik an Finanzinvestoren. Dass sich mit diesen Investitionen letztlich auch Geld verdienen lasse, sei nichts Anrüchiges. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.2.2007)

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