Voigt initiiert "Worm-Preis"

5. März 2007, 13:39
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Alfred Worm zu Grabe getragen - Journalist im Ehrenhain der Stadt Wien beigesetzt - Gusenbauer und Kampusch unter Trauergästen

Unter enormer Anteilnahme der Familie, von Kollegen, Politikern und Freunden ist der Journalist Alfred Worm, der als Inbegriff des österreichischen Aufdeckungsjournalist galt, am frühen Mittwochnachmittag am Wiener Zentralfriedhof zu Grabe getragen worden. Auch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer erwies dem Verstorbenen, den er noch vor zwei Wochen als besten Journalisten des Jahres 2006 ausgezeichnet hatte, die letzte Ehre. Unter Tränen verabschiedete sich auch Natascha Kampusch von Worm, der das Entführungsopfer noch im Sommer exklusiv interviewt hatte.

"Alfred-Worm-Preis" für investigativen Journalismus

Beigesetzt wurde der Verstorbene im Ehrenhain der Stadt Wien. Worm, der seit längerem an Herzproblemen litt, war am 5. Februar im 62. Lebensjahr einem Herzinfarkt erlegen. "News"-Generalgeschäftsführer Oliver Voigt ehrte Worm als "Mann der Tat, bescheiden, kollegial und hilfsbereit. Er war ein ganz großer Mensch", sagte Voigt, und kündigte an, dass die Verlagsgruppe "News" künftig zu Ehren des verstorbenen Herausgebers einen "Alfred-Worm-Preis" für investigativen Journalismus ausschreiben werde.

Zilk: "Er wurde von der Zeit überholt"

"Er war ein Journalist aus Leidenschaft und hatte eine respektvolle Aufmerksamkeit für die katholische Kirche", würdigte Medienbischof Egon Kapellari den Journalisten. Die ihm zugemessene Lebenszeit sei "für heutige Verhältnisse" kurz gewesen, aber Worm habe sie gut genutzt, so der Bischof, der den Verstorbenen auch einsegnete. Altbürgermeister Helmut Zilk, den mit Worm eine lange Freundschaft verband, erinnerte an eine der letzten "großen Geschichten" des Verstorbenen, die BAWAG-Krise. Lange habe sich Worm gewünscht und dafür gekämpft, dass in dem Zusammenhang Helmut Elsner nach Österreich ausgeliefert werde. Als das am Dienstag eintrat, konnte Worm es nicht mehr miterleben: "Er wurde von der Zeit überholt".

Unter die Trauergäste mischten sich neben dem Bundeskanzler auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Frauenministerin Doris Bures, der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider, der ÖVP-Mediensprecher Franz Morak sowie zahlreiche Vertreter der Stadtregierung. Ebenso sagten die Spitzen der heimischen Medienlandschaft ihrem ehemaligen Kollegen "Lebe wohl".

Auch Kampusch unter den Trauergästen

Unter ihnen fanden sich neben Voigt auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, die Brüder Wolfgang und Helmut Fellner, "profil"-Herausgeber Christian Rainer, Gruner+Jahr-Vorstand Torsten-Jörn Klein, "Kurier"-Chefredakteur Christoph Kotanko sowie zahlreiche ehemaligen Kollegen von "profil" und "News", die ihren ehemaligen Herausgeber mit weißen Rosen verabschiedeten. Rosen gab es auch von Natascha Kampusch, die nach dem Begräbnis rasch und unter Tränen verschwand. (APA)

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    Auch Wolfgang und Uschi Fellner waren unter den Trauergästen

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