UNICEF-Studie: Österreich weit hinten

12. Juli 2007, 16:48
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In der Gesundheit nimmt Österreich den vorletzten Platz ein - Laut Weltbank kommen sieben Prozent der Babys mit zu geringem Gewicht auf die Welt

Wien - Die Grundbedürfnisse von Kindern werden in Industriestaaten im Großen und Ganzen erfüllt. Das zeigt ein UNICEF- Bericht. Für Österreich ist das Ergebnis jedoch alles andere als ein Ruhmesblatt: Die Alpenrepublik landete in der Gesamtwertung auf Platz 18 von 21 Staaten.

NIederlande vorne

Rang eins ging an die Niederlande vor Schweden und Dänemark, während Großbritannien am anderen Ende zu finden ist. Anhand von Faktoren wie materielle Lage, Gesundheit und Sicherheit, Bildung, die Beziehungen zu Eltern und Freunden und das subjektive Wohlbefinden von Kindern wurde eine Bewertung der Lebenswelt von Minderjährigen vorgenommen.

Einkommen und Wohlbefinden

Überraschend: Zwischen Pro -Kopf-Einkommen und Wohlbefinden besteht kein direkter Zusammenhang. Es gibt auch kein Land, das in allen sechs Dimensionen das obere Drittel in der Gesamtbewertung besetzt. Laut Gudrun Berger, Geschäftsführerin von UNICEF Österreich, sei der Vergleich mit Vorsicht zu bewerten, da einige Daten bereits Jahre alt sind.

Situation in Österreich

In der Dimension Gesundheit nimmt Österreich den vorletzten Platz ein: So kommen hier laut Weltbank sieben Prozent der Babys mit zu geringem Geburtsgewicht auf die Welt. Nur rund 80 Prozent der Kinder im zweiten Lebensjahr seien gegen Masern, Diphtherie und Polio geimpft. Weiters ist der Anteil rauchender Jugendlicher in Österreich vergleichsweise hoch.

Subjektive Wohlbefinden

Die Bereitschaft zum Mobbing scheint bei Österreichs Jugendlichen überdurchschnittlich ausgeprägt zu sein. Andererseits werden Altersgenossen überdurchschnittlich oft als "nett und hilfsbereit" eingestuft. Im Bereich Beziehungen zu Eltern und Freunden reicht dies zu Platz 16. Besser sieht es für rot-weiß-rote Kids bei materiellen Dingen und dem subjektiven Wohlbefinden aus, wo sie auf Rang acht beziehungsweise vier landeten.

Platz 19 bei der Bildung scheint hingegen die schlechten Ergebnisse der Pisa-Studie zu bestätigen. (APA)

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    foto: epa/paul hilton
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