Niederländische KPN bestätigt Interesse an One

22. März 2007, 17:28
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"Wenn das Unternehmen zum Verkauf steht, dann schauen wir uns One an"

Der niederländische Telekomkonzern KPN hat am Mittwoch sein Interesse am drittgrößten österreichischen Mobilfunkanbieter One bestätigt. "Wenn das Unternehmen zum Verkauf steht, dann schauen wir uns One an", sagte der Chef der KPN-Deutschland-Tochter E-Plus, Thorsten Dirks, am Mittwoch auf der Messe 3GSM in Barcelona der Finanzagentur dpa-AFX. KPN-Vorstand Ad Scheepbouwer hatte schon Ende Jänner erklärt, es gebe einige Kaufgelegenheiten in Österreich, aber auch in Deutschland, Belgien, der Schweiz und Polen.

Mühen

Die Niederländer hatten sich bereits 2005 um den viertgrößten Mobilfunker tele.ring bemüht, war damals aber im Bieterwettstreit dem Konkurrenten T-Mobile, Tochter der Deutschen Telekom, unterlegen.

One als Braut

Um One ranken sich schon seit Jahren Verkaufsgerüchte, allerdings gestaltet sich die Transaktion wegen der Aktionärsstruktur schwierig. Das Mobilfunkunternehmen gehört zu 50,1 Prozent E.ON, die sich im Zuge ihrer Konzentration auf das Kerngeschäft Strom und Gas von dem Randgeschäft trennen will. Schon vor Jahren hatte E.ON angekündigt, sich von One-Anteil trennen zu wollen. France Telecom hält derzeit 17,45 Prozent an One. Die norwegische Telenor verfügt über ebenso viele Anteile und die dänische TDC AS besitzt 15 Prozent. Analysten bezifferten den Wert von One im Juli auf rund 1,5 Mrd. Euro.

Der KPN-Konzern hat nach Einschätzung von Finanzchef Marcel Smits für Akquisitionen und Kooperationen noch bis zu rund 2,5 Mrd. Euro. Das Unternehmen könne angesichts der derzeitigen Gewinnsituation Schulden von bis zu 12 Mrd. Euro verkraften, zuletzt habe die Verschuldung bei 9,4 Mrd. Euro gelegen, sagte Smits.

Michael Krammer

Der bisherige Chef der KPN-Deutschland-Tochter E-Plus und frühere tele.ring-Geschäftsführer Michael Krammer hatte sich zuletzt nur vage zu einem möglichen Einstieg von KPN bei One geäußert. Es gebe eine Reihe von interessanten Akquisitionszielen für KPN in Europa. Wo und wann das Unternehmen tatsächlich zukaufen werde, sei "eine Frage des Preises und der Möglichkeiten", sagte Krammer im Dezember in Düsseldorf. Wenig später im Jänner hatte Krammer seine Funktion bei E-Plus zurückgelegt.(APA)

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