Allianz steigt gegen Direktbanken in den Ring - Ziel: Bestbieter

8. März 2007, 11:32
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"Direkte Antwort auf die BAWAG" - Allianz-Österreich-Chef Littich sieht Verdrängungswettbewerb - 3,375 Prozent für täglich fälliges Geld

Die Allianz-Versicherungsgruppe steigt in Österreich jetzt ins Direktveranlagungsgeschäft für täglich fälliges Geld ein und sagt damit Mitbewerbern wie ING Diba oder der easybank der BAWAG den Kampf an. Die Finanzgruppe will jetzt auch im Segment für täglich fälliges Geld Preisführer werden: Für das neue Produkt "Allianz Top Cash" werden ab sofort 3,375 Prozent Zinsen bezahlt.

Zum Vergleich: Die easybank zahlt aktuell (Stand Montag) 3,3 Prozent, ING Diba 3,25, Auto Bank 3,15, dahinter folgen die Generali Bank (2,5 Prozent), die Erste Bank (1,375), BA-CA (0,875), BAWAG (0,250) oder die Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien (0,125 Prozent).

Die Allianz will mit diesem Schritt zum "Hecht im Bankenteich" werden. Speziell im Bereich Eigensvorsorge werde sich der Bedarf in den nächsten Jahren vervielfachen. "Nun bieten wir auch im kurzen Laufzeitbereich Bestkonditionen an und steigen mit den Banken in den Ring", kündigte Allianz Österreich-Chef Wolfram Littich am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien an. Im Match gegen die Direktbanken will die Allianz mit Bestkonditionen sowie mit Bonität und Seriosität punkten. Littich will das auch als "direkte Antwort auf die BAWAG" verstanden wissen.

"Wir wollen hier Marktführer sein, der höchste Bonität mit den höchsten bezahlten Zinsen für täglich fälliges Geld verbindet", sagte Littich. Es handle sich nicht um eine Strategieänderung, sondern eine Ausweitung der bestehenden Allianz-Geschäftsstrategie, die bei der Veranlagung für Kunden genereller Preisführer sein will. Bei Lebensversicherungen habe man diese Position bereits erreicht: Anfang 2007 hob Allianz die Gesamtverzinsung bei Lebensversicherungen auf 4,5 Prozent an - das aktuell höchste im Markt angebotene Niveau.

Die Allianz arbeitet dabei ähnlich wie die etablierten Direktbanken: Von einem Girokonto können Beträge auf das Sparkonto "Allianz Top Cash" überwiesen werden. Der Kundenkontakt erfolgt per Telefon, Internet oder über 1.400 Allianz-Außendienst-Mitarbeiter. Diese sollen das täglich fällige Sparkonto ohne zusätzliche Provisionen mitvermitteln (Littich: "Bei solchen Zinsen ist kein Platz für Prämien"). Kontakt: österreichweit über Hotline 05 9009 550 oder topcash@alllanz.at.

Das Allianz Top Cash-Konto ist kostenlos, die Veranlagung erfolgt ohne Mindestbetrag oder zeitliche Bindung. Zudem unterliege das Kontoguthaben der österreichischen Einlagensicherung. Erstkunden müssen sich legitimieren.

In etwa zwei Jahren will die Allianz im Betreich täglich fälliges Geld rund 50.000 Kunden mit einem Volumen von rund 50 Mio. Euro haben. Die ING Diba hat nach eigenen Angaben rund 300.000 Kunden. Allianz-Chief Investment Officer Martin Bruckner erwartet "einen ansehnlichen Zufluss von Geldern, die jetzt auf klassischen Sparbüchern liegen". Littich geht "mit Sicherheit von einem Verdrängungsswettkampf" aus.(APA)

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