Garganas: Inflationsrisiken bei robuster Konjunktur

23. März 2007, 11:42
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Griechisches Ratsmitglied unterstreicht Notwendigkeit höherer Leitzinsen im Euro-Raum

Athen - Das griechische EZB-Ratsmitglied Nicholas Garganas hat die Notwendigkeit höherer Leitzinsen im Euro-Raum unterstrichen. Es bestünden weiterhin Gefahren für die Preisstabilität, sagte Garganas am Dienstag vor der Presse in Athen. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) habe angekündigt, entschlossen und rechtzeitig zu handeln, um die Teuerungsrate unter zwei Prozent zu halten. "Große Wachsamkeit" sei angesichts der Inflationsrisiken erforderlich.

Mit entsprechenden Formulierungen hatte in der vergangenen Woche bereits EZB-Präsident Jean-Claude Trichet signalisiert, dass die EZB im März den Leitzins voraussichtlich um weitere 25 Basispunkte auf dann 3,75 Prozent anheben wird. Seit Ende 2005 hat die Zentralbank in sechs Schritten die Bankenrefinanzierung um 1,5 Prozentpunkte verteuert, um den Preisanstieg während des Aufschwungs zu dämpfen.

EZb stützt Konjunktur

Der griechische Notenbank-Chef sagte, derzeit stütze die EZB noch immer die Konjunktur. Die Zinserhöhungen hätten dem Aufschwung noch nicht geschadet. Nach neuesten Daten hat die Wirtschaft im Euro-Raum im Schlussquartal ihr Wachstumstempo beschleunigen können. Das Plus von 0,9 Prozent zum Vorquartal übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Im Gesamtjahr legte das Bruttoinlandsprodukt nach einer ersten Schätzung um 2,7 Prozent zu - so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Deutschland gehörte mit ebenfalls 2,7 Prozent zu den Wachstumsmotoren. Doch auch die beiden anderen großen Volkswirtschaften des Währungsgebiets, Italien und Frankreich, erreichten mit zwei Prozent ein solides Ergebnis.

Die Daten entsprächen den Erwartungen des EZB-Rates, der in diesem Jahr mit einem Wachstum von rund zwei Prozent rechnet, sagte Garganas weiter. Es gebe gute Aussichten für einen relativ kräftigen Aufschwung 2007. Die Binnennachfrage werde sich weiter ausdehnen, und auch der Export dürfte zum Wachstum beitragen. (APA/Reuters)

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