S&P erwartet für Österreich Fortsetzung der Budgetkonsolidierung

27. März 2007, 14:32
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Ratingagentur bestätigt Triple-A-Rating für Republik Österreich, OeKB, Asfinag und ÖBB Infrastruktur Bau AG

Wien - Die internationale Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) erwartet von der neuen österreichischen Bundesregierung eine erfolgreiche Fortsetzung der Budgetkonsolidierung, mit dem Ziel, die öffentlichen Finanzen sowohl mittel- als auch langfristig abzusichern. Die Agentur bestätigt deshalb in einer aktuellen Neubewertung das Triple-A-Rating ("AAA") für die langfristigen und das "A-1+"-Rating für die kurzfristigen Verbindlichkeiten der Republik Österreich. Der Ausblick wird mit "stabil" bewertet.

Ebenfalls bestätigt wurden von S&P die bisherigen Emittenten-Ratings der für die Republik die Exportförderungen abwickelnden Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB), der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-AG (Asfinag) und der ÖBB-Infrastruktur Bau AG. Alle drei Gesellschaften erhalten für ihre langfristigen Emissionen die Triple-A-Bewertung und für ihre kurzfristigen Emissionen die Note "A-1+".

"Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der Konsens, eine stabile und vorhersehbare makroökonomische Politik und eine Reduzierung der Staatsschulden zu verfolgen, gefährdet wäre", so S&P-Österreich-Experte Kai Stukenbrock.

Das Rating von Österreich werde von seiner gesunden, modernen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft, den flexiblen Arbeits- und Gütermärkten und dem zunehmend flexiblen Budget unterstützt.

Österreich sei seit der Jahrtausendwende durch erfolgreich durchgeführte Reformen im Steuer-, Pensions- und Gesundheitsbereich als auch seine Privatisierungsbestrebungen zu einem "Vorzeigeland" für Reformen in Westeuropa geworden, schreibt die Agentur.

Keine Änderung erwartet

An der besonnenen Politik werde sich unter der neuen Koalitionsregierung nichts ändern, meint man bei S&P, wenngleich - wie eingeschränkt wird - sich der Appetit auf Reformen verringert haben dürfte. Wichtige Reformvorhaben sind in den Augen des S&P-Experten die Verwaltungs- und Verfassungsreform zur rationalen Verteilung von Verantwortung und Macht, und die noch unkonkreten Pläne zur Steuersenkung.

Weitergehende Konsolidierungsbemühungen sollten das Budgetdefizit im Jahr 2009 auf unter 1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bringen. In der Folge sollte die Staatsverschuldung bis 2010 auf ungefähr 55 Prozent des BIP fallen.

Den stabilen Ausblick begründet S&P unter anderem mit dem robusten politischen System und dem hohen ökonomischen Wohlstand. Zudem besitze Österreich strukturell genügend Potenzial, mit mit beinahe allen schlechten Szenarien umgehen zu können. (APA)

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