Hunderte Gefangene in Arbeits- und Hungerstreik

2. März 2007, 08:48
2 Postings

Streikende wollen von geplantem Amnestiegesetz profitieren

Sofia - In mehreren Gefängnissen Bulgariens haben hunderte Häftlinge Protestaktionen mit Hungerstreiks und Arbeitsverweigerungen begonnen, um ihre Freilassung zu erreichen. Im Gefängnis von Pasardschik im Süden des Landes seien seit Montag 500 Insassen im Hungerstreik; 390 hätten sich geweigert, Dienstag früh zur Arbeit zu erscheinen, sagte Gefängnisdirektor Weselin Kotsew im staatlichen Rundfunk.

Zellen verweigert

In der Stadt Plewen im Norden des Landes weigerten sich nach Angaben der bulgarischen Gefängnisverwaltung am Montagabend knapp 130 Insassen, nach dem Abendessen in ihre Zellen zurückzukehren. Die Häftlinge schlossen sich damit einem Streik von 150 Insassen im Zentralgefängnis von Sofia an, die sich Sonntagabend weigerten, in ihre Zellen zurückzukehren.

Die Häftlinge wollen von der Amnestieregelung profitieren, welche die bulgarische Regierung anlässlich des EU-Beitritts zum 1. Jänner angekündigt hatte. Nach der Regelung, der das Parlament noch zustimmen muss, sollen 1.300 bis 1.500 Gefangene vorzeitig entlassen werden. Die Amnestie-Regelung soll für Verurteilte gelten, die Haftstrafen bis zu fünf Jahren wegen minder schwerer Vergehen absitzen. Bei einem Großteil der Streikenden handelte es sich um Wiederholungstäter, die von der Regelung ausgenommen werden sollen. Vize-Justizminister Dimitar Bongalow hatte gedroht, das Amnestieprojekt fallen zu lassen, sollten die Proteste andauern. (APA/AFP)

Share if you care.