Wiener Hafen wird ausgebaut

12. März 2007, 09:25
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Kapazitäten werden verdoppelt, bestehendes Güterterminal wird modernisiert - Faymann will nicht zu viel versprechen

Wien - Im Wiener Hafen Freudenau wird durch den Neubau eines Güterterminals die Kapazität im Containerbereich beinahe verdoppelt. Am Dienstag wurde der Spatenstich für das Projekt gefeiert, zu dem auch der Lückenschluss zwischen den beiden Eisenbahnstrecken Donaulände- und Donauuferbahn gehört. Der Güterterminal soll bereits 2008 fertig gestellt sein, für das Gesamtprojekt wird September 2009 angepeilt.

Zusätzlich wird der bestehende Güterterminal modernisiert. Nach Abschluss der Arbeiten sollen 400.000 Container jährlich umgeschlagen werden - primär von Bahn auf Schiff.

Zweiter großer Baubereich ist der Neubau der Verbindung zwischen Donaulände- und Donauuferbahn, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Nun werden die fehlenden 2,3 Kilometer Gleise neu verlegt und bestehende adaptiert. Zum Bauprogramm gehört auch die 168 Meter lange Winterhafenbrücke, die über Donaukanal und Hafen führen wird.

Wien finanziert vor

Das 122 Mio. Euro teure Projekt wird von der Stadt Wien vorfinanziert, 26,4 Mio. davon werden komplett bezahlt. Dadurch sei ein früherer Baustart ermöglicht worden, unterstrich Bürgermeister Michael Häupl beim Spatenstich. Zwar hätte man diesen auch erst in ein paar Jahren ansetzen können, das wäre im internationalen Vergleich jedoch zu spät gewesen. "Natürlich hoffen wir, dass wir das Geld auch wieder zurückkriegen", so Häupl in Richtung ÖBB-Chef Martin Huber.

Der ebenfalls anwesende Infrastrukturminister Werner Faymann wurde in seiner Rede grundsätzlich. Er habe eine Fotosammlung von zahlreichen Amtsvorgängern seit dem Jahr 2000, welche die Politiker bei Spatenstichen zeige. Allerdings: "Da war der Spatenstich schon das Ende der Leistung." Das werde unter seiner Ägide anders. Ein Baubeginn werde nur dann begangen, wenn die Finanzierung gesichert sei.

Auch wäre es natürlich das Einfachste, sämtliche Anfragen zu Projekten mit einem "Ja, das kommt auch" zu beantworten. Er hingegen setze darauf, Planung und Realisierung in vernünftiges Verhältnis zu setzen. Es gelte, nicht zu viel zu versprechen, sondern vernünftig zu planen, so Faymann.

Im Bereich der Bahnorganisation nannte der Minister als negatives Beispiel die Schweiz. Dort würden die attraktiven Bahnstrecken dem Bund gehören und die übrigen den Ländern. Dies werde man in Österreich nicht einführen. (APA)

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ÖBB
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