Studie: Österreich soll Studiengebühren anheben

18. September 2007, 10:56
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Wirtschaftsstudie der OECD regt Studienkredite mit späterer einkommensabhängiger Rückzahlung an

Paris/Wien - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) empfiehlt Österreich Reformen in der Pensionspolitik und bei der Finanzierung der Hochschulbildung. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Pariser Organisation hervor. Spektakulär liest sich der Ratschlag zur Bildungsfinanzierung: Hier empfehlen die OECD-Experten eine Anhebung der Studiengebühren. Die Rückzahlung von Studienkrediten sollte von der Höhe des späteren Einkommens abhängen.

Kreditrückzahlung nach Einkommen

Die meisten OECD-Länder könnten durch Strukturreformen zu mehr Wachstum kommen. Die sich stabilisierende Konjunkturentwicklung in Europa eröffne die Möglichkeit, solche Reformen auch politisch umzusetzen. Das sind die zentralen Botschaften der diesjährigen OECD-Benchmark-Studie "Economic Policy Reforms - Going for Growth", die heute in Paris veröffentlicht wurde. Die Studie setzt die Wirtschaftsleistung und Arbeitsproduktivität in den OECD-Ländern ins Verhältnis zu den USA, der nach wie vor produktivsten Volkswirtschaft der Welt.

Das BIP pro Kopf in Österreich sei weiterhin hoch, aber der Abstand zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Ländern werde größer, so die OECD. Dies sei auf eine relativ schwache Produktivität und eine geringe Beschäftigungsrate von älteren Menschen zurückzuführen.

Leistungsbasierte Förderung an Unis

Im Bildungsbereich erwähnt die OECD zwar die Universitätsreform, empfiehlt aber eine weitere Stärkung des leistungsbasierten Fördersystems im Hochschulbereich. Die Studiengebühren sollten erhöht werden; gleichzeitig sollte jedoch ein Kreditsystem mit einer einkommensabhängigen Rückzahlung eingeführt werden. Nach wie vor sei der Anteil der Bevölkerung im Alter von 25 bis 34 Jahren mit einer Hochschulausbildung vergleichsweise gering, geht aus der Studie hervor.

Neben der vollständigen Privatisierung des Telekommunikations- und Energiesektors in Österreich rät die OECD Österreich daher zu weiteren Reformschritten im Pensionssystem. So empfiehlt die OECD beispielsweise, die Schwerarbeiterregelung zu überarbeiten und die Förderung der Altersteilzeit auslaufen zu lassen. Auch die Harmonisierung der Pensionssysteme im öffentlichen und privaten Sektor sollte weiter vorangetrieben werden, geht aus dem Bericht hervor. (APA)

  • Der Österreich betreffende Teil der Studie zum Download

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