Bauern verdienten 2006 deutlich mehr

7. März 2007, 14:31
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Höhere Erzeugerpreise erhöhten Einkommen der Landwirte um real 6,2 Prozent - 2,2 Prozent weniger Menschen in der Landwirtschaft tätig

Wien - Das Einkommen der heimischen Bauern stieg im Jahr 2006 real um 6,2 Prozent. Höhere Preise für Getreide und Schlachtvieh sowie tierische Produkte waren für diesen positiven Effekt verantwortlich, teilte die Statistik Austria am Dienstag mit. Aber auch die seit Jahren anhaltende Abwanderung aus der Landwirtschaft "verschönt" die deutlichen Einkommensgewinne. Allein im Vorjahr haben wieder 2,2 Prozent weniger Menschen in der Landwirtschaft gearbeitet.

Das so genannte "Faktoreinkommen je Arbeitskraft", ein Gradmesser für die Wertschöpfung in der Landwirtschaft und damit für das bäuerliche Einkommen, ist nominell um 7,5 Prozent größer geworden. Es berechnet sich abzüglich Betriebsmitteln, Abschreibungen und Abgaben und zuzüglich bestimmter Subventionen.

Die Förderungszahlungen an die Landwirte haben sich 2006 um 2,2 Prozent erhöht. Kostenseitig haben die steigenden Energie- und Treibstoffpreise die Einkommensbilanz der Bauern belastet. Insgesamt fielen die Vorleistungen gegenüber 2005 um 3,2 Prozent höher aus, die Abschreibungen stiegen um 1,2 Prozent.

Anstieg der Getreidepreise

Aufgefettet wurde das "Auskommen" der Landwirte durch die deutlich gestiegenen Getreidepreise. Als Folge der ungünstigen Witterungsverhältnisse, was zu Ertragsrückgängen etwa bei Getreide, Hackfrüchten, im Weinbau und zum Teil auch bei Gemüse führte, stiegen die Erzeugerpreise. Insgesamt erhöhte sich der Produktionswert der Landwirtschaft gegenüber 2005 auf 5,7 Mrd. Euro (+4,1 Prozent).

Eine gute Ernte konnte im Vorjahr im Obstbau eingebracht werden. Auch die Produktion von Ölsaaten und -früchten wurde ausgeweitet. Bei den Zuckerrüben hat die Umsetzung der Zuckermarktreform einen Rückgang der Anbaufläche und der Erzeugerpreise bewirkt. Als Abfederung erhielten die Rübenbauern Ausgleichszahlungen.

Die Produktion von Nutz- und Schlachtvieh hat 2006 wertmäßig zugenommen, dies gilt auch für tierische Erzeugnisse. Vor allem die Preise für Rinder und Schweine haben angezogen. Mit der planmäßigen Aufstockung der Milchprämie sind auch die Milchpreise geringfügig gestiegen. Einbußen gab es hingegen am Geflügelsektor, bedingt durch die Vogelgrippe im Vorjahr. (APA)

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