Ozonkur für Weintrauben

8. März 2007, 14:55
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Neue Konservierungstechnik macht Trauben haltbarer und bekömmlicher. Hoffnung, dass Behandlung auch für Wein adaptiert werden kann, um Zugabe von Sulfiten zu ersetzen

Madrid/Wien - Mit einer neuen Konservierungstechnik wollen spanische Wissenschafter Weintrauben nicht nur haltbar, sondern auch für den menschlichen Genuss bekömmlicher machen. Francisco Artes-Hernandez und seine Mitarbeiter von der Technischen Universität von Cartagena begasten Trauben mit Ozon und ersetzten damit das gesundheitlich bedenkliche Schwefeldioxid. Die Untersuchung wurde in der Wissenschaftszeitschrift "Journal of the Science of Food and Agriculture" veröffentlicht.

Schwefeldioxid wird im Zuge der Massenvermarktung Trauben zugesetzt, um die Früchte haltbarer zu machen. Allerdings hat das Gas auch Nachteile, vor allem für den potenziellen Trauben-Genießer. So kann es vor allem zu allergischen Reaktionen kommen.

Ozon bei Konservierung Schwefeldioxid fast ebenbürtig

Ozon, in geringen Dosen eingesetzt, erwies sie in puncto Konservierung dem Schwefeldioxid als fast ebenbürtig. Die Forscher stellten aber auch einen überraschenden Nebeneffekt fest: Die mit Ozon behandelten Trauben hatten gegenüber den unbehandelten Früchten einen um das Vierfache erhöhten Anteil an Antioxidantien.

Diesen Substanzen werden wahre Wunder bezüglich der menschlichen Gesundheit nachgesagt. So sollen sie vor Krebs ebenso schützen wie vor Gefäßverkalkung. Früchte mit einem hohen Anteil an Antioxidantien werden daher von vielen Ernährungsexperten empfohlen.

Wie der Anteil an Antioxidantien in den Weintrauben derart ansteigen kann, ist noch rätselhaft. Wissenschafter äußerten aber die Hoffnung, dass die Ozon-Behandlung auch für Wein adaptiert werden kann, sie könnte die Zugabe von Sulfiten ersetzen. Sulfite werden dem Wein ebenfalls zur Konservierung beigegeben, der Winzer spricht vom "schwefeln". (APA)

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