In Gottes Namen: Der Teufel ist los - Die Gesichter von Gut und Böse

12. Februar 2007, 21:02
posten

Engel und Dämonen gibt es in allen Kulturen, leicht zu unterscheiden sind sie aber nicht immer

"Was ist gut, und was ist böse?", fragten sich die Ö1-Jungreporter der Kinderuni Wien. Im Gespräch mit Philosophieprofessor Peter Kampits analysierten sie das Märchen Hänsel und Gretel - und entdeckten, dass es gar nicht so leicht ist, gute von bösen Figuren eindeutig abzugrenzen.

Damit die Unterscheidung leichter fällt, haben die Menschen dem Guten und dem Bösen stets eine Gestalt gegeben. Besonders in der Religion spielen Personen, die Gut und Böse repräsentieren, eine wichtige Rolle.

Das Gute wird von Gott verkörpert, sein Gegenspieler ist der Teufel, der wiederum viele Namen hat: Satan, Luzifer oder Fürst der Finsternis. Seine Darstellung, die auf ursprünglich heidnische Götter zurückgeht, ist jedem bekannt: Schwarz, behaart, mit Bocks- oder Pferdefüßen, Hörnern am Kopf und einem Schwanz ausgestattet, verführt der Teufel die Menschen zu schlechten Taten. Bei seinem Verschwinden soll er außerdem einen argen Gestank hinterlassen.

Himmel und Hölle

Sein angeblicher Wohnort ist in der Hölle - fernab vom Himmel, dem Paradies, wo das Gute zuhause ist. Von dort kommen auch die Engel, die mit Flügel, Heiligenschein und weißem Gewand häufig als liebliche Kleinkinder auftreten. Es gibt aber auch so genannte gefallene Engel und die sind gar nicht mehr so gut. Da muss man schon ein bisschen genauer schauen, woran man ist, genau wie es in Märchen und Fabeln gute und böse Feen gibt. Einstige Engel sind auch die Dämonen, die wie der Teufel meist als Mischwesen zwischen Tier und Mensch dargestellt werden.

Doch Dämonen wurden nicht immer als negativ angesehen: Im alten Ägypten und im antiken Griechenland fanden sie sich in der Natur, in Luft und Wasser wie im Blätterrauschen und konnten sowohl Wohltäter als auch Verderber sein. In der indischen Mythologie waren die Dämonen einstmals Götter. Im Islam ist der Schaitan der Widersacher der Menschen, aber nicht des Gottes Allah. Neben Engeln, die in der Vorstellung des Islam nicht als niedliche Wesen, sondern als unsichtbare Lichtgestalten gigantischen Ausmaßes angesehen werden, gibt es die Dschinnen, die als dämonische, aus dem Feuer geschaffene Wesen angesehen werden - und sowohl gut als auch böse sein können. (kri/DER STANDARD-Printausgabe, 13.02.2007)

Thema der nächsten Ö1-Kinderuni:
"Warum verbrauchen wir Energie?",
Sonntag, 17.10 Uhr, auf Ö1 (http://oe1.orf.at) und am Dienstag im STANDARD.

Link:

Kinderuni

  • Die Menschen geben dem Guten und dem Bösen seit jeher eine Gestalt.

    Die Menschen geben dem Guten und dem Bösen seit jeher eine Gestalt.

Share if you care.