Neue Tochter für Expansion

11. April 2007, 16:53
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Führungsduo soll Airport-Beteiligungen ausloten und bietet Beratungs-Know-how

Wien – Der Wiener Flughafen, der im Vorjahr 17 Millionen Passagiere abfertigte, hat sein Beteiligungsmanagement neu strukturiert. In der 100-prozentigen Flughafen-Tochter Vienna International Beteiligungsmanagementgesellschaft (Vint) wurden die Anteile an den Airports Malta, Košice und Friedrichshafen eingebracht. Darüber hinaus soll sich die Gesellschaft um alle künftigen Projekte sowie um die Beratung anderer Airports kümmern.

Geleitet wird die Tochter von den beiden erfahrenen Flughafen-Managern, Karin Zipperer und Michael Fazekas. Zipperer war u. a. in Sachen Malta, der gescheiterten Beteiligung Berlin und Košice für den Flughafen aktiv. Fazekas war in Bratislava vor Ort. Die Beteiligung in der slowakischen Hauptstadt scheiterte am Veto der 2006 neu gewählten Regierung unter Robert Fico. Die Airport-Tochter in Košice hat auch einen neuen Leiter: Michael Höferer, der bisher in Wien im Beteiligungsmanagement tätig war. Der Airport in Košice (343.800 Passagiere) wird in den nächsten fünf Jahren um elf Mio. Euro ausgebaut. Konkrete Projekte, die zur Privatisierung anstehen, gibt es derzeit zwar keine. Zipperer nennt aber Polen, die Ukraine und Rumänien als Zielmärkte.

Interesse an Flughafen-Beteiligungen hat auch der Immobilien-Investor Julius Meinl. Er will, wie berichtet, im ersten Quartal 2007 mit "Meinl Airports International" an die Börse gehen. Meinl will sich dafür vorab 500 Mio. Euro vom Börsenpublikum holen. Konkrete Projekte gibt es freilich noch keine. Ziel von "Meinl Airports International" ist es, vorwiegend in Osteuropa in Flughäfen zu investieren, die privatisiert oder verkauft werden und großes Wachstumspotenzial haben.

Hauptaugenmerk der Meinl-Flughafen-Aktie gilt dem Non-Aviation-Bereich, also dem Geschäft mit Geschäften, Büros und Parkplätzen. Am Flugbetrieb, sprich der Aviation, ist Meinl Airports nicht interessiert. Dieser soll entweder gleich an Konsortialpartner abgegeben oder nach Erwerb eines Flughafens ausgegliedert oder weiter verkauft werden. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.2.2007)

  • Karin Zipperer (38) ist im Osten
auf der Suche nach Privatisierungskandidaten.
    foto: standard/flughafen wien

    Karin Zipperer (38) ist im Osten auf der Suche nach Privatisierungskandidaten.

  • Michael Fazekas (35) wechselte
von Bratislava in die Beteiligungsgesellschaft.
    foto: standard/flughafen wien

    Michael Fazekas (35) wechselte von Bratislava in die Beteiligungsgesellschaft.

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