Pellets werden wieder billiger

28. Februar 2007, 10:43
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Im Frühjahr Rückgang auf 200 Euro/Tonne erwartet

Wien – Aufatmen bei den Haushalten, die sich in den letzten Jahren eine umweltschonende Pelletsheizung angeschafft haben. Nachdem die Preise für die Sägespäneröllchen kontinuierlich gestiegen waren, dürfte nun Entspannung an der Preisfront eintreten.

"Die Preisentwicklung richtete sich nach Angebot und Nachfrage", erklärt der Geschäftsführer des Vereins proPellets Austria, Christian Rakos. "Die Sägeindustrie hat ihre Kapazitäten jetzt aber massiv ausgebaut." Rakos erwartet deshalb, dass sich der Preis anlässlich der bald startenden Frühjahrs-Einlagerungsaktionen auf rund 200 Euro je Tonne einpendeln wird. Die Arbeiterkammer Steiermark hatte erhoben, dass Ende Jänner das Preisband zwischen 258 und 267 Euro lag, womit die Preise seit April des Vorjahres im Schnitt um 40 Prozent gestiegen sind. Damit sei die Befürchtung "leider eingetreten", dass sich die Pelletspreise analog zu den Heizölpreisen entwickeln", kritisierte die AK prompt. Preistreibend war vor allem gewesen, dass die heimischen Produzenten ihre Ware in Italien teurer verkaufen konnten als in Österreich. Allerdings bestünde weiterhin ein kleiner Preisvorteil von elf Prozent im Vergleich zu Heizöl und Erdgas.

Ob die Zeit der Preissteigerungen nun gänzlich vorbei ist, ist nicht sicher: Zwar investiert laut Rakos die Sägeindustrie kräftig. Noch heuer dürfte sich die Produktionskapazität verdoppeln. Dann werde man auch die Exportanstrengungen verstärken.

Allerdings steigen immer mehr Haushalte, vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser, auf die Energieform um. Rakos schätzt, dass mittlerweile rund 55.000 Haushalte mit Pellets heizen. Dafür ausschlaggebend ist auch, dass in einigen Bundesländern der Umstieg auf diese Heizform kräftig gefördert wird. In Niederösterreich beispielsweise bezuschusst das Land den Kauf einer Pelletsheizung mit 3000 Euro. Eine Pelletsanlage für ein 200 m2 großes Haus kostet rund 10.000 Euro. Zum Vergleich: Eine Ölheizung kostet 5000 bis 5500 Euro. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.2.2007)

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