"Wanderkarten" vom Roten Planeten

12. Februar 2007, 18:41
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Stereokamera des Mars Express liefert Bilder mit einer Auflösung von bis zu zehn Metern je Pixel - Kleinster Maßstab: 1:50.000

Paris - Künftige Marsurlauber könnten theoretisch auf topographische "Wanderkarten" der Europäischen Raumfahrtagentur ESA zurückgreifen. Seit mehr als drei Jahren macht eine Stereokamera des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) für die ESA-Mission Mars Express Aufnahmen von der Oberfläche des Roten Planeten. Wissenschafter der Technischen Universität Berlin nutzten die Daten, um Marskarten zu entwerfen. Der kleinste Maßstab: 1:50.000.

Bei einer Bildauflösung bis zehn Meter je Bildpunkt (Pixel) zeigen die Landkarten auch Geländedetails und machen Höhenunterschiede gut sichtbar. Sie bilden damit eine gute Arbeitsgrundlage für die Marsforschung. Beispielblätter der ESA zeigen Karten der Region Iani Chaos in der Auflösung 1:50.000.

"Chaotische" Hügelanordnung

Das zerklüftete Erosionsgebiet auf 330 mal 430 Kilometern Fläche ist wegen seiner "chaotischen" Anordnung von Felsen und Hügeln interessant. Senkengebiete zwischen "Felseninseln" entstanden dort vermutlich durch den Einsturz von Höhlungen, die ursprünglich mit Eis gefüllt waren, das von vulkanischer Wärme zum Schmelzen und Abfließen gebracht wurde.

Als Standardkarten des Mars-Express-Experiments waren Karten der Auflösung 1:200.000 geplant. Das heißt: Ein Zentimeter auf der Karte entspricht zwei Kilometern in der Wirklichkeit. Bei einer Umsetzung im Maßstab 1:50.000 würde die Mars-Oberfläche mit 10.372 Kartenblättern abgedeckt. (APA/dpa/Red)

Link
DLR Portal: Wo bitte geht es nach Iani Chaos?
Hochgenaue topographische Marskarten auf der Grundlage von HRSC-Stereo-Bilddaten
  • Topographische Bildkarte des Südteils der Region Iani Chaos.
    foto: technische universität berlin/esa/dlr/fu berlin

    Topographische Bildkarte des Südteils der Region Iani Chaos.

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