Todkranker Iraner: Behandelnder Arzt froh über humanitäre Lösung

2. März 2007, 11:38
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Hoffnung auf das Knochenmark der Schwester - Bescheid für Aufenthalts­bewilligung noch nicht eingetroffen

Salzburg - Er sei froh, dass es nach der Aufregung der vergangenen Tage zu einer medizinisch vernünftigen und humanitären Lösung gekommen sei. Das erklärte der Salzburger Onkologe Richard Greil, Arzt jenes Iraners, der derzeit wegen akuter lymphatischer Leukämie (ALL) im Salzburger Landeskrankenhaus behandelt wird und von einer Abschiebung bedroht war, am Montagnachmittag bei einem Pressegespräch. Eine Transplantation von Knochenmark sei für den Mann die einzige Chance auf Heilung, sagte Greil.

Die als Spenderin von Knochenmark in Frage kommende Schwester dürfe aus dem Iran anreisen, berichtete Greil. Der Chefarzt des Innenministeriums habe ihm am Sonntagabend auch zugesagt, dass der Patient aus dem Iran, der sich seit 31. Oktober vergangenen Jahres im Salzburger Landeskrankenhaus in Behandlung befindet, eine Aufenthaltsbewilligung bekomme. Den entsprechenden Bescheid habe er allerdings noch nicht in Händen. Er sei ihm für heute zugesagt worden, erklärte der Arzt.

Wahrscheinlichkeit auf Heilung

Nachdem der Patient die erste Phase der Therapie relativ gut überstanden habe, gebe es mit einer Transplantation von Knochenmark eine 60-prozentige Wahrscheinlichkeit auf vollständige Heilung, sagte der Onkologe. "Das ist sehr viel für eine solche Situation." Greil glaubt, dass für die weitere Behandlung eine Aufenthaltsdauer von sechs Monaten notwendig sein wird.

In der vergangenen Woche hat der Patient eine starke Chemotherapie erhalten, um den bösartigen Tumor im Knochenmark zu bekämpfen. Die normale Blutbildung sei in dieser Phase massiv zurückgedrängt, das Immunsystem funktioniere nicht, der Patient habe deshalb ein hohes Infektionsrisiko. Deshalb befinde er sich in einem Spezialtrakt des Krankenhauses, in dem extreme Vorsichtsmaßnahmen gelten, um Ansteckungen zu vermeiden. Eine Abschiebung in so einer Phase der Behandlung komme einem Todesurteil gleich, machte Greil deutlich. Diese Woche gehe es dem Iraner etwas besser, die Blutbildung im Knochenmark erhole sich. "Wir haben ein Zeitfenster gewonnen, in dem eine Knochenmarktransplantation möglich ist", berichtete Greil. Die Kosten für die Transplantation bezifferte er auf rund 50.000 Euro. Die Versicherung knüpfe eine Übernahme der Aufwendungen an eine bestehende Aufenthaltsbewilligung.

Transplantation lebenswichtig

Komme es zu keiner Transplantation, sinke die Heilungschance des Patienten gegen Null, stellte der Mediziner klar. Nach Vortests dürfte die im Iran lebende Schwester für eine Knochenmarkspende in Frage kommen. Wenn sie in Österreich eintreffe, werde sie erneut getestet. Passe das Knochenmark der Frau tatsächlich, dann sollte in den nächsten fünf bis sechs Wochen eine Transplantation erfolgen. Weil es sich bei einer allogenen Stammzellentransplantation um eine Spezialtherapie handle, für die es keine entsprechenden Einrichtungen in Salzburg gebe, habe man das Allgemeine Krankenhaus Wien kontaktiert, berichtete der Salzburger Mediziner.

Empört ist Greil über das ursprüngliche Vorgehen der Behörden in diesem Fall. Er sei seit 25 Jahren als Onkologe tätig, aber so eine Vorgangsweise habe er noch nie erlebt. "Medizin spielt sich vor einem sozialen Hintergrund ab, es braucht immer ein menschliches Maß", sagte Greil. (APA)

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    Der an Leukaemie erkrankte iranische Staatsbuerger Herr Madani (li.) mit seinem Schwager Mahjoub Jalali im LKH Salzburg

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