
Karl Aiginger mahnt "wirtschaftspolitische Begleitung" der Globalisierung ein.
Viertens: Globalisierung bringe Vorteile für flexible Menschen und Einheiten, Nachteile für ortsgebundene Faktoren. Die Öffentlichkeitswirksamkeit sei unterschiedlich: "Nachteile sind immer geballt und laut, Vorteile sind breit gestreut und leise."
Internationale Organisationen, die Liberalisierung fordern, aber den steigenden Politikbedarf nicht betonen, handelten fahrlässig, so der Wifo-Chef unter Punkt fünf. Europa sei – sechstens – Gewinner, leide aber an "unzureichender Innovation, Ausbildung und Infrastruktur, zu geringer Wachstumsorientierung der Geld- und Fiskalpolitik". – "Zu den internen Fehlern Europas zählt auch der Verzicht auf eine bewusste technologische Vorreiterschaft in Energie und Umweltpolitik." Dabei müssten – These sieben – Energieeinsparung und erneuerbare Rohstoffe Priorität erhalten. "Heute wird folgsam jede erdenkliche Energiemenge bereitgestellt."
"Dynamischer als USA"
Österreich liege als eindeutiger "Globalisierungsgewinner" inmitten eines Wirtschaftsraums, "der dynamischer ist als die USA": "Die Preise sinken durch die 'weite Globalisierung', die Wettbewerbskraft und die Exporte steigen durch die ‚nahe Globalisierung‘ (Osteuropa). Das Handelsbilanzdefizit ist eliminiert, Exporte boomen".
These neun verlangt "wirtschaftspolitische Begleitung" – konkret die "Reform der Ausbildung, Innovationen, intelligente Infrastruktur, eine wirtschaftlich abgesicherte Vorreiterpolitik in Ökologie und Energiepolitik, eine Neudefinition der Chancen des ländlichen Raumes". Der Wifo-Chef mahnt dabei ein "Element der Hilfe" ein, "global und in der Nachbarschaft." Zu den Agrarhilfen, also jenem Faktor, der die Doha-Entwicklungsrunde zum Stillstand gebracht hat, sagt Aiginger unter Punkt zehn: "Transfers sind nötig, national wie international. Aber Transfers, die nicht verändern, sondern bewahren, sind wohlfahrtsmindernd. Eine Agrarwirtschaft, die die Umwelt belastet, ist nicht finanzierbar und soll nicht finanziert werden." (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.2.2007)
Oberösterreich gehört zu der 51 europäische Regionen umfassenden Allianz, die Gentechnikfreiheit bei Saatgut umsetzen will
Stevia, eine unscheinbare Pflanze aus Lateinamerika, dürfte wegen ihres hohen Süßungsgehalts die europäische Zuckerindustrie gehörig durcheinanderbringen
Laut Handelsministerium überschwemmen US-Hersteller den chinesischen Markt mit den Tierprodukten
Die Betriebsprämien, bei der heimische Bauern jährlich einen bestimmten Betrag bekommen, könnten auslaufen
Die Österreicher tranken im Jahr 2009 mehr Wein zu Hause und weniger in Gaststätten
... ein Globalisierungsgewinner und kann bzw. will mir daher viele Waren aus österr. Produktion leisten, da diese im Normalfall besser sind. Ich kaufe nicht mehr billig ein sondern achte auf Qualität und Herkunft. Lieber ein Handwerker aus A statt Billigprodukte, woher auch immer, aus dem Baumarkt . Seit neuestem versuche ich auch ethnische Kauf-Kriterien bei nicht-österreichischen Waren einzubringen, was sich aber als etwas schwierig herausstellt, aber was solls, wird schon besser werden.
Mir und meiner Familie sowie meiner Firma geht es seit EU-Beitritt und der nachfolgenden Ostöffnung bestens. Alleine die Euro-Umstellung in Slowenien eröffnet neue Möglichkeiten.
Also nicht raunzen sondern sondern mitspielen.
Subjektivität ist frei !
Chancen nutzen, laber, laber, laber,
Vorteile erkennen, laber, laber, laber
Nicht jammern, sondern aktiv, .... bla bla bla
Gibt es eigentlich eine (globale) PR-Agentur, die diesen Chancen-nutzen-Topfen vor ca. 5 Jahren erfunden hat und den jetzt alle wie Afferln nachplappern ? Es muß so sein.
PS: Dem Ackermann geht es so gut wie noch nie. Ein positives Beispiel für die positiven Effekt der Globalisierung.
Dem deutschen Hartz IV Empfänger geht es schlecht wie noch nie. Aber diesen bedauernswerten Einzelfall erwähnen wir nicht. Stört das Bild.
... ich jetzt lügen damit ich dem augenscheinlich vorherrschenden Poster-Zeitgeist entspreche?
Nochmals, mir gehts eben wegen der Globalisierung definitv besser, da hilft jetzt auch kein Gelabervorwurf. Es ist so, auch wenn es so mancher nicht verstehen will weils halt so gar nicht ins Weltbild passt.
BTW: rote Balken sind mir so was von egal ;-)
richtig! Aber die soziale, wohlstands-bestimmende Komponente von Hochqualität-Hochpreis ist schwierig zu erklären, weil sie keine statischen Effekte hat.
Mein Beispiel: griechische Fischer haben sich lange ihre eigenen Fische "nicht leisten" können. Jetzt können sie wieder.
Wer nicht uneingeschränkt für die Globalisierung ist, ist:
Ein Kronenzeitungsleser
Ein unflexibler Modernisierungsverlierer
Ein Musikantenstadlzuschauer
Ein Wiener Schnitzel Esser
Kein hochqualifizierter Manager
Kein wissender Experte
Ein mit Kohle Heizer
Kein DVD-Player Käufer
Ein Kommunist
Ein Faschist
und sonst auch überhaupt pfui gacki.
Ja, erkennt Ihr die Chancen nicht ?
(Fragen die Experten seit Jahren, aber trotzdem erkennt sie niemand)
wieder einer, der seit Jahrzehnten in einer quasi-pragmatisierten Position arbeitet und der Flexibilität und der harten Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt bei anderen das Wort redet.
Wenn Karl Aiginger so weitermacht, ist er bald auf dem besten Weg ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen nach Art des Herrn Bernd Marin zu werden.
"Die Preise sinken durch die 'weite Globalisierung', .. ??? .. kann mir jemand bitte erklären, was er wohl unter .. "die Preisse sinken" gemein hat ?!
" die Wettbewerbskraft und die Exporte steigen durch die ‚nahe Globalisierung‘ (Osteuropa)."
.. er mein wohl "durch die nahe kolonialisierung Osteuropas" (durch Raiffeisens, OMVs, BA_CAs, .. etc.)
die 10 und mehr Jahre gehalten haben. Genauso Hemden, Schuhe etc. Sie waren nich billig aber leistbar. Der Vorteil von billigen und in China gefertigter Bekleidung: man kann jedem vermeintlichen Modetrend hinterherrennen, weil das Glumpert eh nicht lange hält. Dafür halt, billig.
Ob das nun ein Vorteil ist, muß jeder für sich selber entscheiden, sich aber nicht wundern, wenn Arbeitsplätze in Europa verschwinden.
mussten Sie vor 25 Jahren arbeiten, um sich ein Auto, Fernseher, Baumwollleiberl, Telegramm, Miitagessen,... leisten zu können.
Retrolinke Romantik ist schon gut, aber ein wenig intellektuelel Redlichkeit (und ein wenig ökonomisches Grundverständnis) würde die Diskussion vereinfachen.
z.B. Globalisierung führt unausweichlich zu 30 Stundenwoche, höherer Bildung, ... und mehr Wohlstand bei gleichzeitig intelligentem Müssiggang?
Nicht automatisch, aber mit nie dagewesenen Chancen. Moderne linke Politik wäre: genau das zu erreichen. Retrolinke möchte das gerne verhindern um dann sagen zu könne: "ich habs ja gewusst"!
Retrolinke???
Die gehts nicht ganz gut. Wer war den für die Abschottung, die Bauernschaft und Industrie und die Arbeiter waren natürlich begeistert, aber die paar Altlinken haben sicher nichts dazubeigetragen. Übrigens war zollfrei und int. Arbeitsteilung im Kommunismus selbstverständlich, nur die hatten andere Probleme vor allem Planung und Unternehmensführung.
Abgesehen davon kennst nicht mal den Unterschied zwischen technischen Fortschritt und Globalisierung.
Einen Fernseher kannst nämlich überall auf der Welt heute 10x günstiger bauen als vor 25 Jahren, nur die Margen sind halt in China noch ein bisserl größer, da die Leute nix verdienen.
1. NOCH nix verdienen.
2. internationale Arbeitsteilung. Ich habe oft das Gefühl, genau das hat die Linke vergessen. Ihre grösste Power: intenationale Solidarität.
3. tech. Fortschritt und Globalisierung. Bitte nicht weiter sagen, sonst bin ich meinen Job los (kein Japaner kauft mir mehr meine Produkte ab) :=)
Wenn sie sich auch nur ein wenig Mühe gemacht hätten und meinen Beitrag auch gelesen hätten, wäre Ihnen aufgefallen, daß ich davon gesprochen hatte, daß viele Dinge früher zwar nicht billig aber leistbar waren, dafür aber länger gehalten haben.
Heute haben wir die künstliche Bedarfserzeugung durch Quasi-Innovationen, die in vielen Fällen kein Mensch wirklich braucht.
Zu Zeiten des Schwarz-Weiß-Fernsehens mußte man lange sparen, um sich den neuen Farbfernseher zu kaufen. Und heute muß man lange sparen, um sich den neuesten Plasmafernseher kaufen zu können.
hätte ich genauer lesen sollen. Sorry.
Aber da kommen wir zu einem heiklen Thema. Hochpreis als Wohlstandsfaktor. Mein Tränendrüsenbeispiel dazu:
Eine WeinmacherIn, die Wein um EUR 1 / l verkaufen muss, kann sich NUR ihren eigenen Wein leisten. Bei EUR 4 / l, kann sie sich ihren Wein NICHT MEHR leisten. Bei EUR 20 kann sie sich ihren (und andere diese Kategorie) wieder leisten.
(dynamische Ökonomie).
.. haben Sie mal die Artikeln gelesen.. "die Grazer sind pleite" oder "Explosionartiger Anstieg der Privatkonkurse" ?
Vor 25 hat man für ein Haus ausserhalb der Stadt.. 20J gearbeitet.
In 2007 arebiet man für ein Haus ausserhalb der Stadt ... 20J.
Was sich geaendert hat?
Es gibt zunaehmend keine Arbeit!
denn dass die 30-stundenwoche längst möglich wäre, liegt nicht an der "globalisierung", sondern an der rationalisierung.
globalisierung findet statt - ob wir wollen oder nicht. es geht darum, wie wir sie gestalten bzw. ob wir sie überhaupt gestalten.
ich hab' nichts gegen baumwollleiberl aus china, aber sie sollen zu menschen- und umweltwürdigen bedingungen hergestellt werden.
Nur durch die Faulheit und die Gier der Menschen? Nein, ökonomische Evolution ist viel komplizierter.
Es lohnt sich, die Manufaktur/Industrie- und Handelsgeschichte dieser Welt etwas genauer zu studiern. Schon die Indianer im Missisippi Delta wussten: Longdistance Trading bringt Sie heraus aus dem arm-kriegerischen Milieu ihrer Nachbarstämme. Was wir mit der alles überziehenden Schütz-alle-vor-uns-Romantik tun ist genau genommen: wir halten die "Ostler", "Chinesen",.. für blöd. Deshalb müssen wir ihnen "helfen". Sind sie aber nicht, sie werden sich ökonomisch, sozial und bildungsmässig entwickeln und gleichberechtigte Partner werden. Ich befürchte aber, viele (Scheinromantiker) wollen das gar nicht?!
Internationalisierung mit Globalisierung verwechseln, hätten Sie schon einen Komplexitätsfaktor gemeistert.
Globalisierung ist die (zunehmend) welt-weite Integration von Industriesektoren, Marktesegmenten und Eigentümerstrukturen. Das Spannungsfeld zwischen Diversifizierung und Focussierung, dier Ko-Evolution zw. Spekulation (risikoreiche Projekte), Arbitrage (gewinnsichere Projekte) und Risikobegrenzung,....
Zugegeben, das hatten wir im Tauschhandel: Salat gegen Blutwurst nicht.
Meiner Meinung verläuft die Diskussion deshalb so schief, weil weltwirtschaftlich gesehen das Maximum NICHT gleich dem Optimum ist. Es ist wie bei einer Gauß'schen Kurve, das Optimum liegt nicht an den Rändern und dies gilt nicht nur für Globalisierung, Internationalisierung, Gewinn etc., sondern so gut wie für alle wirtschaftlichen Größen.
Weil aber der Mensch immer nach dem Maximum strebt, verfehlt er ebenso häufig das Optimum.
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