Naintsch Mineralwerke GmbH verkauft Werke

7. März 2007, 14:24
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Bis Jahresmitte soll neuer Besitzer gefunden werden - Für den obersteirischen Standort gibt es bereits "ein Dutzend Interessenten"

Graz - Die Naintsch Mineralwerke GmbH - Österreichs einziger Hersteller des Industrieminerals Talk - verkauft zwei ihrer Betriebe: Das Werk im obersteirischen Lassing und jenes in Ennsdorf (OÖ) sollen bis Jahresmitte neue Besitzer bekommen. Für Lassing - wo beim Grubenunglück am 17. Juli 1998 zehn Menschen starben - gebe es bereits "ein Dutzend" Interessenten, so Geschäftsführer Franz Friesenbichler zur APA.

Die Entscheidung, den Betrieb in Lassing zu verkaufen, habe man im September 2006 Bürgermeister Friedrich Stangl (ÖVP) mitgeteilt. Man sei übereingekommen, dass es für die Region wichtig wäre, den Standort mit derzeit 15 Beschäftigten zu erhalten, so Friesenbichler. Unter den Interessenten seien anerkannte große österreichische, aber auch internationale Unternehmen sowie lokale Betriebe aus dem klein- und mittelständischen Bereich.

In Lassing wurde der Untertageabbau nach dem Grubenunglück im Jahr 1998 geschlossen, das Werk wurde als Verarbeitungsbetrieb weitergeführt und Rohmineralien - Karbonat, Dolomit, Kalzit und Marmor - vermahlen. Der oberösterreichische Standort mit derzeit zehn Beschäftigten liegt direkt an der Donau, rund 18.000 Tonnen Talk pro Jahr wurden hier verarbeitet.

Strategische Neuausrichtung

Eine strategische Neuausrichtung des Konzerns habe zum Verkauf geführt, erklärte Friesenbichler. Im Februar 2006 wurde Rio Tinto Minerals gegründet (durch die Zusammenführung der Borax-Gruppe, der Luzenac-Gruppe und der Dampier Salt). Die Naintsch Mineralwerke GmbH - vormals Teil der Luzenac-Gruppe - wurde somit Teil von Rio Tinto Minerals mit rund 3.000 Mitarbeitern und 60 Betrieben sowie etwa 2.500 Kunden weltweit.

Der Konzern befriedigt rund 43 Prozent der weltweiten Nachfrage an Borate-Produkten, liefert 25 Prozent aller Talkprodukte und ist der größte Exporteur von Meersalz. Rio Tinto Minerals wurde gegründet, um die Wettbewerbsfähigkeit bei Industriematerialien zu erhöhen - die Standorte Lassing und Ennsdorf würden nun nicht mehr ins Kerngeschäft passen. Man habe sich im Vorjahr entschieden, sich aus den Geschäftsfeldern der kleinen Betriebe zurück zu ziehen, hieß es.

Die Naintsch Mineralwerke GmbH betreibt weitere Mahlwerke in Oberfeistritz und Weißkirchen, der Abbau erfolgt in einem Tagebau in der Region Rabenwald beim oststeirischen Weiz und in einem untertägigen Bergbau in Kleinfeistritz nahe dem obersteirischen Judenburg. (APA)

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