Bezirksschulrat widerspricht bisherigen Darstellungen

15. März 2007, 15:18
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Es habe kein Hausunterricht gegeben - Auch eine Vernachlässigung der Kinder sei nicht festzustellen gewesen

Klagenfurt/Linz - Für den Bezirksschulrat von Urfahr-Umgebung widersprach Franz Weißenböck am Montag den bisherigen Darstellungen in dem Fall der durch ihre Mutter abgeschirmt gehaltenen Kinder. Es habe keinen Hausunterricht gegeben, es sei auch keine Vernachlässigung der Kinder festzustellen gewesen. Die Schulbehörde habe sich in diesem Fall gar nichts vorzuwerfen, sagte er in einem Interview mit dem ORF-Radio Oberösterreich.

Überdurchschnittlich hohe Fehlzeiten

Natürlich hätten die Kinder überdurchschnittlich viele Fehlzeiten in der Schule gehabt. Natürlich sei das auch zur Sprache gekommen, aber es habe eine Erklärung dafür gegeben, sagte Weißenböck: "Die Kinder waren sicher ein bisserl verängstigt. Das ist aber immer damit begründet worden, dass vor allem eine Tochter sehr stark an Schulangst leide."

Die Schule sei regelmäßig mit der Mutter in Kontakt gestanden. Einen Antrag auf Unterricht zu Hause, wie das immer wieder berichtet worden sei, habe es nie gegeben, und folglich auch keinen Hausunterricht selbst, stellte Weißenböck fest. Die Kinder seien auch immer zur jährlich verpflichtenden Prüfung erschienen: "Die Kinder waren zwar viel daheim und haben viel daheim mit der Mutter gelernt. Die Mutter hat die Kinder auch zu den Prüfungen gebracht, und die haben sie auch bestanden", so Weißenböck.

Keine Sprachstörungen festgestellt

Berichte, wonach die Kinder Sprachstörungen gezeigt hätten, ja sogar eine Art eigene Sprache entwickelt hätten, weist der Bezirksschulinspektor vehement zurück: "Also, überhaupt nicht, in keiner Weise. Man hat von Schulseite her keinerlei Vernachlässigung festgestellt. Die Kinder sind auch auf Schulveranstaltungen mitgefahren, waren sauber gekleidet und auch selber körperlich sauber", so Weißenböck. Bis zuletzt, bis man die Kinder der Mutter im Jahr 2005 weggenommen hätte, habe nichts auf eine derartige Verwahrlosung hingedeutet, sagt Weißenböck. (APA)

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