WKW gegen Einkaufszentrum bei Austria-Arena

7. März 2007, 14:20
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Jank: 54.000 zusätzliche Kfz-Fahrten täglich und Schädigung des Einzelhandels

Wien - Die Wirtschaftskammer Wien (WKW) lehnt das geplante Einkaufszentrum Rothneusiedl in der vorliegenden Form ab. Dieses soll gemeinsam mit dem 30.000 Plätze umfassenden Austria-Stadion errichtet werden. "Es schadet massiv den innerstädtischen Einkaufstraßen und bringt Verkehrsbehinderungen auf wichtigen Einzugstrassen", erklärte WKW-Präsidentin Brigitte Jank heute, Montag. Sie verweist dabei auf zwei Studien des Magistrats.

Im Rahmen der "Zielgebietsplattform Rothneusiedl" seien vom Magistrat nun konkrete Zahlen zum Einkaufszentrum genannt worden. Demnach seien 60.000 Quadratmeter Verkaufsfläche in einer ersten Ausbaustufe geplant, weitere 60.000 Quadratmeter sollen folgen. Damit wäre die Fläche mit der Shopping City Süd (SCS) vergleichbar.

Gegen das Einkaufszentrum

Die "Zielgebietsplattform Rothneusiedl" präsentierte zwei Studien, die gegen das Einkaufszentrum sprechen. Ein Verkehrsgutachten legt dar, dass schon ein Einkaufszentrum von 60.000 Quadratmetern eine eigene Autobahnabfahrt und einen U-Bahn-Anschluss benötigen würde. Ein 120.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum würde 54.000 zusätzliche Kfz-Fahrten pro Tag verursachen, heißt es in der Studie. Selbst mit einer neuen Autobahnspange zwischen S1 und A23 sei dieser Verkehr für Südumfahrung und Südosttangente nicht verkraftbar, so Jank.

Auswirkungen auf Wiens Einzelhandel

Mit gravierenden Auswirkungen müsse der Wirtschaftskammer zufolge auch Wiens Einzelhandel rechnen. Eine zweite Studie des Magistrats besagt, dass schon jetzt ein Überhang an Verkaufsfläche von 80.000 Quadratmetern im Süden Wiens besteht. "Das geplante Einkaufszentrum in Rothneusiedl würde daher in jedem Fall die Favoritenstraße und andere Einkaufsstraßen im Süden Wiens massiv schwächen", warnte Jank.

Laut Wirtschaftskammer würde bei einem Einkaufszentrum mit 120.000 Quadratmeter die Favoritenstraße 35 Prozent Umsatzverlust erleiden und die Nahversorgung der Bevölkerung wäre bedroht. Allenfalls ein Nahversorgungszentrum mit 5.000 bis 6.000 Quadratmeter Verkaufsfläche für die Wohnbevölkerung der geplanten Wohnbauten in Rothneusiedl ist für Jank als Kompromiss vorstellbar. (APA)

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    Brigitte Jank

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