S&T will Wachstumstitel bleiben - Keine Dividende geplant

8. März 2007, 11:32
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Rosner: "Wir wollen dynamisches Unternehmen bleiben" - Weitere Firmenzukäufe auch ohne Kapitalerhöhung geplant - Nach IMG-Kauf Kernregionen CEE, DACH und Asien

Der börsenotierte Wiener IT-Dienstleister S&T will auch weiterhin ein Wachstumstitel bleiben und keine Dividende ausschütten. "Wir sind auch bisher gut damit gefahren, das Geld im Unternehmen zu lassen", sagte CEO Christian Rosner am Montag bei der Pressekonferenz in Wien. Ziel sei es, wie in den vergangenen vier Jahren konsequent über dem Markt zu wachsen, Firmenzukäufe gut zu integrieren und Flexibilität und Wendigkeit zu bewahren.

Dynamisches Unternehmen

"Wir wollen ein dynamisches Unternehmen bleiben", so Rosner anlässlich der Veröffentlichung der vorläufigen Finanzzahlen 2006. Im Verhältnis zur Kursentwicklung wäre eine Dividende von ein paar Cent pro Aktie bloß "Makulatur". Der Kurs S&T-Aktie hat sich seit Herbst 2006 dagegen von rund 30 auf knapp 50 Euro fast verdoppelt. Rosner führt den Kurszuwachs auch darauf zurück, dass mit einer Marktkapitalisierung von nun fast 200 Mio. Euro eine "kritische Masse" erreicht wurde, womit wesentlich mehr Investoren angesprochen werden könnten.

"Frage der Kapazität als des Wollens"

Nach der im Jänner erfolgten Akquisition des Schweizer Beratungsunternehmens IMG, dem bisher größten Firmenzukauf in der S&T-Unternehmensgeschichte, zeigte sich Rosner gegenüber weiteren Zukäufen nicht abgeneigt. Pläne dafür gebe es bereits, es aber mehr eine "Frage der Kapazität als des Wollens". Vor allem in den zentral- und osteuropäischen sowie den drei deutschsprachigen Ländern (DACH – Deutschland, Österreich, die Schweiz) soll die Marktposition noch weiter ausgebaut werden. In Asien, wo durch IMG nun auch China und Japan dazu gekommen sind, dürften Akquisitionen aber eher erst im kommenden Jahr ein Thema werden. Gemeinsam sei man gut aufgestellt und richte sich an mittelgroße bis kleine Unternehmen.

S&T sei liquiditätsmäßig ohne Druck aufgestellt, eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Zukäufe sehe er heuer nicht, meinte Rosner. Um eine Verwässerung der Altaktionäre zu verhindern, werde sie auch so lange als möglich vermieden werden. Laut Finanzchef Martin Bergler stehen mit den laufend generierten Cash Flows im zweistelligen Millionen-Bereich genügend Mittel zur Verfügung, um sich nach interessanten strategischen Akquisitionen umsehen zu können. An personelle Kapazitätsgrenzen stoße man eher bei der Bewertung und Integration der Kaufziele, wobei die bisherigen Integrationen ohne größere Probleme ablaufen würden, mehr als die Hälfte des Top-Managements komme aus den zugekauften Unternehmen.

"Plattform zum Losfahren"

Ausbauen will Rosner vor allem das Lösungs- und Beratungsgeschäft, den Managed Services und Outsourcing-Bereich sowie die Kompetenzen in den Kernindustrien Dienstleistungen, Banken, Versicherungen, Energieversorger und Telekom-Unternehmen. Keine kartellrechtlichen Probleme werden im Zusammenhang mit der IMG-Übernahme erwartet.

In Asien sei durch IMG in Japan und China eine "Plattform zum Losfahren" gewonnen worden, meinte Rosner. Die größten Chancen sehe er im Emerging Market China. In den USA gebe es mit der IMG die klare Strategie, "am Boden zu bleiben", und eine "Roll-out"-Funktion einzunehmen. Kunden, die dorthin gehen, sollen IT-mäßig betreut und lokale Kunden "mit aller Vorsicht" dazugewonnen werden.

Das für 2007 angepeilte Umsatzwachstum von 14 Prozent auf 530 Mio. Euro liege über dem Marktwachstum von 8 Prozent. Ziel sei es, unter die Top-5-Player in den jeweiligen Märkten zu sein, so Rosner. 2006 konnte der Umsatz laut den heute vorgelegten vorläufigen Zahlen deutlich über Plan um 30 Prozent auf 463 Mio. Euro gesteigert werden, davon 18 Prozent aus organischem Wachstum. Das EBIT erhöhte sich um 41 Prozent auf 12 Mio. Euro und soll 2007 um 33 Prozent auf 16 Mio. Euro verbessert werden. Nach der Erstkonsolidierung von IMG im zweiten Quartal wird S&T in 23 Ländern mit 80 Niederlassungen weltweit präsent sein. Die Mitarbeiterzahl wird um 650 auf rund 3.000 steigen. (APA)

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