"Fun" an der Autobahn

12. März 2007, 09:25
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Kärntner Politik will bei Asfinag Vergnügungspark in Arnoldstein durchdrücken

Klagenfurt - Ein "Vergnügungspark" liegt nicht eigentlich im gesetzlichen Versorgungsauftrag des Autobahnerrichters und -betreibers Asfinag. Der Streit um die orange Altlast eines "Tritopia-Fun Parks" an der A2 bei Arnoldstein wird nun offenbar als heiße Kartoffel weitergereicht.

Die Familie Pongratz, die schon seit Generationen einen Freizeitpark am Kärntner Presseggersee betreibt, sah dank massiven von BZÖ-Politikern initiierten Schubs, der von Kärntens Ex-Finanzlandesrat Karl Pfeifenberger offenbar bis zu Ex-Strukturminister Hubert Gorbach und bis zu den Asfinag-Vorständen Mathias Reichhold und Franz Lückler reichte, die Chance, in Arnoldstein ein ähnliches Ganzjahres-Freizeitprojekt zu errichten. Pech ist nur, dass sich da bereits eine Autobahnraststätte des langjährigen Asfinag-Pächters Rudolf Rainer befindet. Der wehrt sich verbissen gegen den Fun-Park, da er seine "Südrast" mit einem Dreiländer-Spezialitätenmarkt erweitern und eine eigene Truckerstation errichten wollte.

Bewilligungen fehlen

Doch solche Serviceleistungen für die Autobahnbenutzer scheinen die Asfinag nicht prioritär zu begeistern, war man sogar bereit, unter Umgehung des Aufsichtsrats das Placet für den Vergnügungspark durchzudrücken. Und das sogar ohne sämtliche Bewilligungen abzuwarten. Denn ein positiver Wasserrechtsbescheid wurde vom Verwaltungsgerichtshof aufgehoben und einen neuen gibt es bis dato nicht.

Dennoch soll Anfang März mit dem Bau des Fun-Parks begonnen werden, sagt Projektbetreiber Christian Pongratz (sein Vater Gerhard, Universitätsprofessor für Personalmanagement in Klagenfurt, erstellte Pfeifenberger ein Gutachten). Und das obwohl Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds und Österreichische Hoteltreuhand das Pongratz-Projekt, für das auch öffentliche Mittel lukriert werden sollen, als "hochriskant" einstufen. Beide fordern daher eine Aufstockung des Eigenkapitals. Zu diesem Zweck machte sich Christian Pongratz per Inserat in der renommierten deutschen Zeitung FAZ auf die Suche nach Investoren oder "stillen" Beteiligten.

Positive Entwicklungen

Ob er fündig geworden sei, wollte Pongratz nicht verraten: "Ich sage nur, es gibt ganz positive Entwicklungen." Derzeit besteht die FPS-Freizeit- und ErholungsbetriebsGmbH jedoch nur aus Mitgliedern der Familie Pongratz. Auch über das Finanzierungsmodell für das rund vier Mio. Euro teure Projekt, das 15 Jobs und 200.000 Besucher bringen soll, gibt Pongratz sich schweigsam: "Ich beantworte Fragen zum Projekt, aber nicht zur Finanzierung."

In der Asfinag sieht man das Projekt als Bereicherung des Angebots. Der Sprecher der staatlichen Autobahnfirma, Marc Zimmermann, sagt: "Das Projekt bleibt auf Schiene, aber es müssen die Voraussetzungen stimmen." Für die Finanzierung sei der Betreiber selbst zuständig. Ende Februar soll es eine weitere Gesprächsrunde zwischen Pongratz und der Asfinag geben. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.2.2007)

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