Parndorfer Handelswelt bekommt neuen Anschluss

7. März 2007, 14:20
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In Parndorf, unweit vom Nordufer des Neusiedler Sees, entwickelte sich eine der dynamischsten Handelsregionen des Landes

Eisenstadt - Drei Millionen Besucher zählt der Wirtschaftspark Parndorf im nördlichen Burgenland im Jahr. Doch nicht der größte Mieter auf dem 80 Hektar großen Gelände - der Kunststoffhersteller Mareto - zieht bekanntlich die Kunden an, sondern Outletcenter. Nach den Plänen der Wirtschaftsservice Burgenland Arbeitsgemeinschaft (WiBAG) sollen es mittelfristig fünf Millionen Besucher werden. 2008 soll mit dem Bau einer Abfahrt begonnen werden, sagte Landeshauptmann Hans Niessl am Freitag. Acht Mio. Euro werden dafür von Asfinag, Land, Gemeinden und den Unternehmen aufgebracht. Ende 2008 soll die Abfahrt bereits befahrbar sein.

Danach sollen weitere Retailer angesiedelt werden. An die SCS in Vösendorf mit 25 Mio. Besuchern pro Jahr reicht man auch dann nicht heran, trotzdem wird Parndorf langsam zur zweitwichtigsten Handelsagglomeration südlich von Wien. Derzeit arbeiten dort rund 2000 Menschen.

Alles fertig erschlossen

"In Parndorf ist alles fertig erschlossen", sagt Peter Schmitl, Vorstand der burgenländischen Landesholding Wibag im Standard-Gespräch. Straßen sind da, der Grund ist bereit zur Bebauung, Strom und Abwasser sind geregelt. Sechs Millionen Euro habe das gekostet. Zusammen mit dem noch nahezu brachliegenden Park Neusiedl direkt gegenüber der Autobahn kaufte die Wibag den Wirtschaftspark Parndorf im Sommer 2006 für 43 Millionen Euro von der Bank Burgenland. Deren neue Eigentümerin, die Grazer Wechselseitige Versicherung, wollte sich nur noch "um das Kerngeschäft kümmern".

Mehr als 50 Hektar Grund hat die Wibag in Parndorf inzwischen verkauft. Im 26 Hektar großen Park Neusiedl entstand bisher ein Technologiezentrum, in dem auch ein Lehrgang für Tourismus angesiedelt ist. Zwischen 70 und 80 Euro nimmt die Wibag pro Quadratmeter. "Das ist nicht unverschämt", sagt Schmitl: "In Bratislava kostet der Grund schon jetzt über 100 Euro." Mit der Aussicht auf den Autobahnanschluss würden die Grundpreise in Parndorf und Neusiedl anziehen - um bis zu 40 Prozent, hofft Schmitl.

Vergnügungspark

Erste Pläne, auf dem Parndorfer Gelände auch einen Vergnügungspark zu errichten, musste noch die Bank Burgenland vor einigen Jahren begraben. Der Park sollte 20 Hektar groß werden. Doch was dem Projekt nach Schmitls Worten "leider Gottes den Garaus" machte, war letztlich ein abgesprungener Investor.

Für die jetzigen Brachflächen kursieren wieder ähnliche Ideen: Ein Themenpark Motorsport ist im Gespräch, ein Themenpark Windkraft wäre auf der Parndorfer Platte, dem Propeller-Zentrum Österreichs, ebenfalls naheliegend. (Daniel Kastner, Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.2.2006)

  • Die Handelsagglomeration Parndorf, 50 km südöstlich von Wien, lässt den Individualverkehr stark ansteigen. Die Landesholding Wibag hat weitreichende Pläne mit dem Areal, sobald die neue Autobahnabfahrt Ende 2008 fertig ist.
    foto: standard/newald

    Die Handelsagglomeration Parndorf, 50 km südöstlich von Wien, lässt den Individualverkehr stark ansteigen. Die Landesholding Wibag hat weitreichende Pläne mit dem Areal, sobald die neue Autobahnabfahrt Ende 2008 fertig ist.

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