Hintergrund: Immer wieder Fälle in Österreich

2. März 2007, 11:26
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Allerdings noch keine der neuen Variante

Wien - In Österreich werden pro Jahr ein bis zwei Creutzfeldt-Jakob-Fälle pro Million Einwohner registriert, so Univ.-Prof. Dr. Herbert Budka, Leiter des Österreichischen Referenzzentrum für Prionen-Erkrankungen am Institut für Neurologie am Wiener AKH. Wie der Mediziner im Sommer 2006 versicherte, gab es bisher hier zu Lande noch keine der im Laufe der britischen BSE-Problematik in Großbritannien aufgetretenen Erkrankungen der neuen Variante. Hier einige Fälle, die in den vergangenen zehn Jahren dennoch Eingang in die Medien gefunden haben.

  • November 2000 - Ein CJD-Fall wird im weststeirischen Bezirk Voitsberg bekannt. Die Obduktion einer vor mehr als einem Monat verstorbenen 72-jährigen Frau bestätigt die schon länger erstellte Verdachtsdiagnose.

  • Jänner 2003 - Eine im Oktober des Vorjahres im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz wegen eines "Grauen Stars" operierte 67-Jährige stirbt im Psychiatrischen Wagner-Jauregg-Krankenhaus. Die Gehirnuntersuchung bei der Obduktion bestätigt, dass die Frau an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gestorben war. Die Ärzte gehen davon aus, dass sie sich vor 20 oder mehr Jahren angesteckt hat, so lange dauert nach Aussage der Spezialisten die Inkubationszeit bei dieser Form der Krankheit.

  • September 2005 - In Wien stirbt eine 75-jährige Frau vermutlich an CJD, die sich im August einer Augenoperation im Wiener Hanusch-Krankenhaus unterzogen hatte. Die CJD-Variante, an der die Patientin offenbar litt, wird jedoch nur durch direkten Kontakt mit Gehirn, Rückenmark oder der Augen-Hornhaut übertragen. Im betroffenen Spital werden nach Bekanntwerden des Falles sämtliche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Eine Ansteckung sei deshalb "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" auszuschließen.

  • Juni 2006 - Eine Anfang des Jahres wegen eines Katarakts im Weiner AKH operierte 84-Jährige Patientin stirbt. Erst bei der Obduktion wird eine Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung als Ursache festgestellt. Die bei dem Eingriff verwendeten Geräte werden routinemäßig wegen einer potenziellen Prionen-Kontamination aufgearbeitet und sterilisiert, und nach den etwa zehn Patienten gesucht, bei denen die Geräte ebenfalls verwendet wurden. (APA)
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