"Wikipedia könnte verschwinden"

Redaktion, 13. Februar 2007 01:58
  • Artikelbild
    wikia-inc.com

Vorsitzende des freien Nachschlagewerks warnt und ruft konkret zum Spenden auf: "Ressourcen reichen noch für 3 bis 4 Monate"

Vergangene Woche rief die Vorsitzende der freien Enzyklopädie Wikipedia im Rahmen der Lift07-Konferenz auf eine recht konkrete Art und Weise zum Spenden auf. Laut Florence Devouard reichten die finanziellen Mittel der Community-Webseite noch für weitere drei bis vier Monate, bevor man den Betrieb aus Geldmangel einstellen müsse.

"Wenn wir nicht zusätzliche Spender auftreiben können, ist es nicht unmöglich, dass Wikipedia verschwindet."

Für Devouard bot die Konferenz nicht nur eine gute Gelegenheit auf die Schwierigkeiten und Probleme des Nachschlagewerks hinzuweisen, sondern auch die Problematik zu verdeutlichen heutzutage, unter den Bedingungen des digitalen Zeitalters, ein sauberes Geschäftsmodell für derartige, von Geschenken abhängige, Projekte auf die Beine zustellen.

Konsequenz?

Vordergründig stellt sich die Frage, was mit Wikipedia passieren würde, stünde es in wenigen Monaten tatsächlich vor dem Ausverkauf. Eine Kommerzialisierung erwiese sich als einzig denkbare, wenn auch äußerst problematische Maßnahme. Die Inkaufnahme einer finanziellen Abhängigkeit von einem oder mehrerer Betreiber widerspräche der Idee hinter dem Konzept zur Gänze.

Äußerst Attraktiv

Tatsächlich wäre praktisch jeder Big-Player bereit hunderte Millionen - wenn nicht Milliarden - für die Seite auf den Tisch zu legen. Zum einen bietet die Enzyklopädie Zugang zu Millionen Internet-User weltweit und zum anderen präsentierte sie sich als perfekte Marketing-Plattform für Medien- und Internet-Unternehmen wie Google oder NewsCorp.

In eigenen Händen

Bevor die Community und die Gründer sich diesem moralischen Abgrund stellen, gibt es allerdings noch eine, wenn auch nicht astreine Alternative. Das kommerziell arbeitende, vom Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ins Leben gerufene Wikia Inc. könnte zur Not die Zügel selbst in die Hand nehmen. Oder man entscheidet sich doch Werbe-Inhalte in Wikipedia selbst einzubeziehen und so einen Mittelweg zu beschreiten. Der Verkauf an einen IT-Giganten schiene angesichts der Konsequenzen doch undenkbar oder nicht? (zw)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 234
1 2 3 4 5 6
pacatianus
 
12.02.2007 17:11

Wissen sollte unabhängig bleiben und frei zugänglich sein - wie guter Journalismus, wie Qualitätszeitungen.
Mein Vorschlag: Die Weltpresse sollte Wikipedia adoptieren und der Standard sollte mit einer kleinen Spende den Anfang machen.
Abstrus?? Nachdenken!

Stefan Lindemann
12.02.2007 16:25
Na und?

Selbst wenn die Wikipedia Hardware und Software kommerziallisert wird, bleibt der INHALT frei. Andere wikis wie zB. Wikitravel arbeiten schoen laengst nach diesem Modell und der Inhalt ist nach wie vor neutral.

Sutur
13.02.2007 01:28

der inhalt bleibt nur solange frei bis die geschäftsbedinungen nachträglich geändert werden. siehe youtube, wo jedes von usern upgeloadete video praktisch "eigentum" von google ist.

manfred wiener
12.02.2007 23:28

Wikitravel ist in mehrfacher Hinsicht nicht mit Wikipedia zu vergleichen, nicht nur in der Anzahl der Beitragenden und der Menge des Inhalts.

In Wikitravelk ist Werbung (Tips und Empfehlungen für Hotels, Resorts, Veranstalter usw.) von Anfang an ein willkommener Teil des Angebotes - ist Teil der Artikel selbst. So etwas hat in Wikipedia-Artikeln kleinen Platz. Beides hat seine Qualitäten, aber der Grundansatz bei der Erstellung der Inhalte ist ein völlig anderer.

Als Beitragender zu beiden Projekten (Wikitravel nur noch selten) konnte ich z.B. gut beobachten, wie ein Urlaubsportalbetreiber, der seine Site bekannt machen will, in Wikipedia scheiterte weil es eben bloß Werbung ist, aber seinen Linkspam in Wikitravel platzieren konnte.

snotty
12.02.2007 15:53

der artikel beruht auf dem irrtum eines bloggers. der blogger hat inzwischen seinen artikel zurückgezogen, siehe: http://www.lunchoverip.com/2007/02/t... dia_c.html
die wikipedia wird NICHT zusperren, keine sorge.

Rosa Stahl
12.02.2007 15:01

und tausende von Studenten wissen nicht mehr, wo sie dann ihre Infos für ihre haus-, seminar- und diplomarbeiten herkriegen sollen... heul!

Christian Lindner
 
12.02.2007 17:22
Unsinn!

Als ob man eine Diplomarbeit mit Wikipediaeinträgen füllen könnte!

Christian Lindner
 
13.02.2007 15:30
Wieso bekomme ich für dieses Posting rote Stricherl?


Was ist an meiner Aussage falsch oder unnötig?

Fazit: Man kann KEINE Diplomarbeit mit Wikipediaeinträgen füllen!

pete.crN
 
13.02.2007 04:56
aaaaha

zuevile der studenten nehmen wikipedia sehrwohl dafür

obwohl es wohl kaum ein professor gut heißen würde

Christian Lindner
 
13.02.2007 07:56
traurig, traurig!

Wenn das stimmt, wo ist das Niwooh geblieben? Das ist weder qualitativ noch quantitativ auch nur annähernd ausreichend für eine Dipl.arbeit.

Grashalm
12.02.2007 13:57
google ads

Ich hätte nichts gegen ein paar unaufällige google ads. Damit würds sichs sicher finanzieren lassen...

da Gizmo
 
12.02.2007 19:33

gerade die Google Ads finde ich besonders unpassend und störend (ja, wegen deren unauffälligkeit ;). Meistens sind sie im Still und in den Farben der Seite und lassen sie nicht auf den ersten Blick vom eigentlichen Inhalt abgrenzen. Ein einziger Banner pro Seite (zB rechts oben) würde mich hingegen weniger stören...

Grashalm
12.02.2007 22:09

bei google ads kann man wenigstens sicher sein das nicht ein flash popup kommt das die ganze seite überdeckt (ala derstandard.at). Und hat man sich einmal an die formatierung gewöhnt, erkennt man sie recht schnell eigentlich.
außerdem passt der inhalt dieser ads immer zu dem was ich mir grad anschau, da kann manchmal schon was dabei sein was mich interessiert. werbung soll ja auch informieren und ist nicht nur schlecht.

und ja ich bin ein google sympathisant ;)

da Gizmo
 
13.02.2007 11:18

da könnten wir jetzt Ewig und 3 Tage diskutieren weil es mehr Geschmackssache ist als sonstwas! ; ) Und ehrlich gesagt, wirds mir ab jetzt zu blöd...

Grashalm
13.02.2007 11:47

Klar, ich hab ja auch keine Antwort erwartet!
Ich hab nur über meine persönliche Einstellung geschrieben.

www.oesterreichnews.de
12.02.2007 14:15

Wäre die einfachste Lösung, aber die Web-Fundis regen sich dann wieder auf. Ein Adsense-Skyscraper tut niemanden weh oder doch?

Grashalm
12.02.2007 15:59

Mich nicht. Im Gegenteil ich finde die Dinger sogar manchmal nützlich...

melpet
12.02.2007 13:12
so einfach wirds nicht sein,

hat doch die community im glauben an die nichtkommerzielle ausrichtung von wikipedia ihr knowhow und enorme arbeitsleistung kostenlos zur verfügung gestellt. im falle der kommerzialisierung schau ich mir an, ob die contentlieferanten zustimmen, dass ihr content weiterverwendet wird... und ohne diesen ist wikipedia genau das wert, was ein gut eingeführter, weltweit bekannter brand wert ist - was zwar viel ist, aber im vergleich nicht der rede wert... klar lassen sich auch modelle finden, den contentlieferanten ihre tätigkeit abzugelten, sie damit einzubinden und den content weiterverwenden zu können, aber soooo einfach wird das sicher nicht...

ChesneyB
12.02.2007 16:28
Brand?

Trinken Sie gerne?

Daniel Modler
12.02.2007 13:26

verkauft würden wenn dann die rechte an den domains usw. - der content selber ist ja schon jetzt unter einer freien lizenz verfügbar, den kann man schwer verkaufen da er sowieso gratis ist.

www.oesterreichnews.de
12.02.2007 14:16

Wer redet denn von Verkauf? Adsense wäre die Lösung, als Werbung erkennbar und der Content bleibt auch unverändert.

Thomas B.
12.02.2007 13:06
Finanzen

Bevor hier wild über den Verbleib der Spenden gemutmaßt wird:

Hier gibt's die Finanzdaten:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia... 006_fs.pdf

i.m. ernst
12.02.2007 12:09
verarsche

jetzt noch schnell ein bisschen schnorren, und in drei monaten dann sowieso kommerzialisierung?

selten hat der spruch "was nichts kostet ist nichts wert" so zugetroffen wie auf wikipedia.

und die schlagzeile mit "verschwinden"? diese variante gehört schon nicht mehr zu den im artikel aufgezählten "lösungen" ... sieht also so aus als würde wikipedia nicht so bald verschwinden - eher bloss zu einer normalen .com werden *gähn*

Daniel Modler
12.02.2007 13:29

nenn mich eine hu*e, aber bei dem was die wikipedia wert ist (man vergleiche nur mit anderen verkäufen wie z.b. youtube), da würde ich an deren stelle aber auf die ideologie sowas von schei++en und das geld einstreifen, und ich wette ich bin nicht der einzige der so denkt.

pandoras box
12.02.2007 14:30

nicht dass ich genau weiß was dahinter steckt, aber ich habe jene leute schon kennen gelernt: für die es nämlich _niemals_ infrage käme, "auf die ideologie zu sch++#en", weil sie ihre tätigkeiten eben aufgrund ihrer einstellungen bestreiten. die sich selbst treu bleiben und daher meinen groeßten respekt verdienen! (und der verkauf von wikipedia wäre für viele dieser menschen schlicht und einfach "verrat")

die "hu*e" war nat+rlich ein scherz, aber bedenken sie dass es für solche leute genau so unvorstellbar ist sich in SIE hineinzudenken, wie umgekehrt.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 234
1 2 3 4 5 6

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.