Jacobsen gewann in Willingen

13. März 2007, 20:52
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Weltcup-Leader hatte die Konkurrenz im Griff und siegte vor Uhrmann und Damjan - Loitzl als fünfter bester Österreicher

Willingen/Deutschland - Der norwegische Tournee-Sieger Anders Jacobsen hat seine Führung im Skisprung-Gesamtweltcup am Samstag mit einem überlegenen Sieg im Einzelbewerb von Willingen wieder ausgebaut. Nachdem Verfolger Gregor Schlierenzauer am Mittwoch in Klingenthal in Abwesenheit des Skandinaviers seinen 5. Saisonsieg gefeiert und den Rückstand auf 86 Punkte verkürzt hatte, verlor der 17-jährige Tiroler mit Rang 17 im letzten Einzelspringen vor der WM in Sapporo an Boden und liegt nun 172 Zähler zurück.

Der WM-Favorit

Jacobsen, der die Konkurrenz vor 40.000 Zuschauern im Skisprung-Mekka Willingen mit Sätzen auf 149 und 139 Metern eindrucksvoll dominierte, feierte vor Lokalmatador Michael Uhrmann (6,9 Punkte zurück) und dem Slowenen Jernej Damjan seinen vierten Saisonsieg und ist auch für die WM-Bewerbe in Japan (22.2. bis 4.3.) der erklärte Favorit. Für Damjan war es der erste Weltcup-Podestplatz in seiner Karriere. Der Norweger Sigurd Pettersen gab mit Platz vier ein sportliches Lebenszeichen von sich.

Schlierenzauer, der im zweiten Durchgang vom sechsten auf den 17. Platz zurück fiel, ist für die WM so wie der an einer Gürtelrose-Erkrankung laborierende Thomas Morgenstern und der Tiroler Andreas Kofler - der Willingen-Sieger des Vorjahres wurde am Samstag nur 19. - fix qualifiziert. Für das vierte WM-Ticket empfahl sich der Steirer Wolfgang Loitzl, der sich im Finale vom achten auf den fünften Platz verbesserte und damit zum besten ÖSV-Adler avancierte.

Swida überraschte

Eine positive Überraschung lieferte Andreas Widhölzl, der sich schon vor Wochen selbst aus dem Rennen um die WM-Plätze genommen hatte. Der Tiroler landete unmittelbar vor Arthur Pauli, der noch Chancen auf die Rolle des WM-Ersatzmanns hat, auf Rang 13. ÖSV-Routinier Martin Höllwarth, nach dem ersten Durchgang noch Zwölfter, stürzte im Finale der besten 30, das von den sieben gestarteten Österreichern nur Bastian Kaltenböck (40.) verpasste, auf den 21. Platz ab und hat nun gegenüber Loitzl, Pauli und Martin Koch (ebenfalls wegen Gürtelrose abwesend) keine optimale Ausgangslage im WM-Rennen.

Mario Innauer, der ebenfalls ein aussichtsreicher Kandidat für den Ersatzmann gewesen war, hatte schon am Freitagabend die Qualifikation für den Hauptbewerb verpasst.

Pointner gelassen

ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner zeigte sich nach der Gala-Vorstellung von Jacobsen und dem eher durchschnittlichen Ergebnis für die erfolgsverwöhnten Österreicher gelassen: "Bei wechselnden Windverhältnissen gibt es viele Leute, die mit optimalen Bedingungen weit springen können. Das Ergebnis ist aber kein Beinbruch. Ein Wolfgang Loitzl hat sein bestes Saisonergebnis erzielt und ein Top-15-Platz vom 17-jährigen Arthur Pauli ist auch nicht schlecht."

Besagter Loitzl gab im Hinblick auf die Vergabe des vierten und fünften (Ersatzmann) WM-Tickets eine Empfehlung ab, festlegen wollte sich Pointner aber noch nicht: "Ein fünfter Platz ist natürlich nie verkehrt, vor Montag werden wir (Pointner und Sportdirektor Toni Innauer/Anm.) die Entscheidung aber nicht bekannt geben." Für den Teambewerb in Willingen am Sonntag nominierte "Pointex" neben den WM-Fixstartern Schlierenzauer ("Er hat heute nicht seine besten Sprünge gezeigt") und Kofler den Youngster Mario Innauer ("Das hat er sich hart erarbeitet") und Loitzl. (APA)

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