Neue nationalistische Partei "Swoboda" gegründet

2. März 2007, 08:48
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Berater der Freiheitlichen Akademie und Wiener RFJ-Obmann einzige ausländische Gäste bei Gründung

Sofia - In Bulgarien ist am Samstag eine neue nationalistische Partei gegründet worden. Die Partei "Swoboda" (Freiheit) wird von Pawel Tschernew geführt, der früher Parteivorsitzender der nationalistischen Ataka und später die rechte Hand des Parteiführers Wolen Siderow war. Beide zerstritten sich im Frühling vorigen Jahres, als Siderow darauf bestand, dass Tschernew die Verantwortung für eine Prügelei auf der Autobahn, in die Siderow verwickelt war, auf sich nimmt. Nachdem er sich weigerte, wurde er aus der Ataka ausgeschlossen. Jetzt sei es mit der neuen Partei sein Ziel, bei der im Mai stattfindenden EU-Wahl die nationalistischen Wähler zu vereinigen, sagte Tschernew.

Patriotische Gruppen sollten auf EU-Ebene gemeinsam arbeiten, sagte der außenpolitische Berater der Freiheitlichen Akademie in Österreich, Martin Thelen, in Sofia. Thelen und der Wiener RFJ-Obmann Dominik Nepp waren bei der Partei-Gründung die einzigen beiden Gäste aus dem Ausland. Thelen sagte, dass die Gründung der neuen Partei ein "ermutigendes Zeichen" sei. Patriotische Gruppierungen und Parteien dürften sich nicht auseinander dividieren lassen, weil sie nur zusammen stark seien.

"Normale Hygiene"

Gegenüber der APA sagte Thelen, er kenne den neuen Swoboda-Chef Tschernew noch von damals, als dieser als Mitglied der Ataka im November 2005 am Kongress der patriotischen Parteien in Wien teilnahm. Alle patriotischen Parteien sollten "modern" sein, und das hieße, andere Nationen zu respektieren, aber von ihnen auch respektiert zu werden, fügte Thelen hinzu. Er meinte, er verstehe unter Politik nicht, dass sich wie in Österreich vor Kurzem ein Minister (Sozialminister Erwin Buchinger, Anm.) die Haare und den Bart abrasieren lasse. Das sei bloß "normale Hygiene", aber keine Politik. Buchingers Aktion sei nur "Populismus und Theater", mit denen man keine Probleme lösen könne.

Für das gemeinsame Zeichen der Patrioten auf EU-Ebene hält Thelen den Widerstand gegen den türkischen EU-Beitritt. Auf die Frage, ob die Türkei dadurch nicht dem muslimischen Fundamentalismus verfallen könne, meinte Thelen, dass Religion eine Privatsache sei, aber die Europäer nicht die Psychotherapeuten der Türken sein sollten. (APA)

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