Wasserstoff trifft Brennstoffzelle

  • Futuristische Technik, unspektakulärer Auftritt: der Sequel.
    foto: werk

    Futuristische Technik, unspektakulärer Auftritt: der Sequel.

  • Display-Anzeige mit Betriebszustand.
    foto: werk

    Display-Anzeige mit Betriebszustand.

  • Das Innenleben des Chevrolet Sequel.
    foto: werk

    Das Innenleben des Chevrolet Sequel.

General Motors probt mit einem ambitionierten Feldversuch die automobile Zukunft - Der Technologieträger heißt Chevrolet Sequel

2007 ist es so weit, da macht GM ernst mit der bisher erst angekündigten automobilen Zukunft. 100 Chevrolet Sequels werden dann in den USA im Feldversuch erproben, wie Wasserstoff, Brennstoffzellen, Lithium-Ionen-Batterien, Radnabenmotoren an allen Rädern, By-wire-Technologie und Alu-Karosserie im ganz normalen Alltag wirklich zusammenspielen. Parallel dazu wird eine praktisch identisch ausgestattete Opel-Zafira-Flotte ihre Erfahrungen in Europa sammeln.

Wann dann die ersten Serienfahrzeuge erhältlich sein werden? Selbst Optimisten bei GM geben zu, dass es sich hier um doch eher ferne Zukunftsmusik handelt. der Standard hatte allerdings schon jetzt Gelegenheit, einen fahrbereiten Prototypen testzufahren.

Schneller Sprinter

Unsere Impressionen: Sieht trotz futuristischer Technik aus wie ein normaler US-Crossover. Fährt sich eher schwerfällig - was auch daran liegen mag, dass das selbstgesteckte Ziel von 2,2 Tonnen Leergewicht um rund 300 kg verfehlt wurde. Andererseits: Wegen nicht vorhandenen Getriebes beschleunigt der Sequel erstens kontinuierlich und zweitens recht spritzig.

Die technischen Rahmendaten bestätigen den Eindruck. Demnach spurtet der Sequel in weniger als zehn Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 145 km/h, Reichweite 480 km - alles schon prinzipiell akzeptable Werte für den Alltag.

Besonders erfreulich: Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf. Ungelöst ist freilich die Frage, woher der Wasserstoff wirklich kommen wird. Generierung durch Einsatz von Kohle oder Erdöl/-gas ist kaum sinnvoll, Atomkraft (derzeit die wahrscheinlichste Option) nicht sonderlich populär, alles andere (Windkraft, Solarenergie) bei Weitem nicht ausreichend verfügbar, auch in den nächsten Jahren nicht.

Alles neu

Fazit Sequel: Ein spannender Erdöl-Unabhängigkeits-Ansatz, von dem man sich raschen Masseneinsatz nur wünschen würde. Schade allerdings, dass GM ein so konventionelles Gehäuse auf die revolutionäre Technik stülpt - wo doch der selbstbewusste Anspruch lautet: "Wir erfinden das Auto neu." (Andreas Stockinger, AUTOMOBIL, 9.2.2007)

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