Bogotá stoppt umstrittenen Gifteinsatz gegen Drogenanbau

15. März 2007, 14:14
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Nach massiver Kritik Ecuadors - Quito überlegt Klage wegen Schädigung der Anrainer

Bogota - Nach massiver Kritik Ecuadors hat Kolumbien den Einsatz von giftigen Unkrautvernichtungsmitteln gegen den Drogenanbau an der gemeinsamen Grenze gestoppt. Kolumbien setze nun stattdessen auf rund 1.200 Arbeiter, um gegen die Kokaplantagen in den südlichen Provinzen Putumayo und Narino vorzugehen, erklärte Außenministerin Maria Consuelo Araujo am Freitag. Ecuador hatte wiederholt kritisiert, das US-gestützte Programm zur Eindämmung des Kokainanbaus schädige Anrainer und die Landwirtschaft.

Botschafter zurückgerufen

Aus Protest gegen das Versprühen der Herbizide aus Flugzeugen hatte Ecuador im vergangenen Jahr seinen Botschafter aus dem Nachbarland zurückgerufen. Im Jänner hatte es jedoch eine Annäherung in dem Streit gegeben, als Kolumbien Ecuador die Überwachung der Einsätze erlaubte. Ungeachtet dessen hält Ecuador an Drohungen fest, das Nachbarland wegen des Gifteinsatzes zu verklagen.

Kolumbien hatte erklärt, in entlegenen Regionen mit Rebellen könne der Kampf gegen den Kokainanbau nur mittels Gift geführt werden. Die USA haben dem Andenstaat seit dem Jahr 2000 rund vier Milliarden Dollar (3,08 Mrd. Euro) zur Verfügung gestellt, um den Drogenhandel einzudämmen. (APA/Reuters)

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