Mitversicherung:

19. Juli 2000, 16:42

SPÖ, FPÖ und KFÖ gegen bedingungslose Streichung

Wien - Gegen eine bedingungslose Streichung der kostenlosen Mitversicherung von EhepartnerInnen sprachen sich am Mittwoch Vertreter von FPÖ, SPÖ und katholischem Familienverband (KFÖ)aus. Heinz Gradwohl (S) befürchtet, dass "nur die sozial Schwächeren" betroffen wären. Ursula Haubner (F) fordert eine Mitversicherung bis zum Schuleintritt der Kinder. Der KFÖ kann sich in Fällen, in denen keine Erziehungs- oder Pflegeleistungen erbracht werden, Streichungen vorstellen.

Warnung vor Zwei-Klassengesellschaft

Der steirische SPÖ-Abgeordnete Gradwohl warnt bei einer Streichung vor einer "Zwei-Klassengesellschaft". "Auf der einen Seite propagiert die ÖVP, 'Frauen an den Herd', auf der anderen Seite wollen sie keinen Versicherungsschutz bieten", so Gradwohl. Das sei "weder von sozialer, noch von christlicher Gesinnung. Bestenfalls von gar keiner", so der SPÖ-Abgeordnete weiters.

Frauen kaum abgesichert

Die oberösterreichische Frauenlandesrätin Ursula Haubner kritisiert, dass viele Frauen "auch heute weder sozial- noch pensionsrechtlich abgesichert" seien. Die Bundessprecherin der "Initiative Freiheitliche Frauen" tritt "in Anlehnung an das freiheitliche Kinderscheck-Modell" für eine Mitversicherung "zumindest bis zum Schuleintritt der Kinder" ein.

Der Präsident des katholischen Familienverbandes Österreichs, Johannes Fenz, dementierte indes Zeitungsmeldungen, wonach er sich vorstellen könne, Hausfrauen nur mehr bis zum Schuleintritt der Kinder mitzuversichern. Es sei nur dann "gerechtfertigt, Beiträge vom Partner zu verlangen", wenn von "einem Elternteil weder eine Erziehungs- noch eine Pflegeleistung erbracht wird", so Fenz. (APA/red)

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