Gründen - aber richtig!

14. Februar 2007, 10:33
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Fahrplan zur Firmengründung nach professioneller Vorbereitung - Welche Stationen man beachten sollte

Der folgende Fahrplan hilft:

Nützen Sie Begünstigungen!

Das Gründerservice der Wirtschaftskammer und die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft bieten Beratungsgespräche an, die Voraussetzung sind, um Begünstigungen im Sinne des Neugründungsförderungsgesetzes (NEUFÖG) zu erlangen. Diese Beratungen ersetzen jedoch nicht die umfassenden Beratungsgespräche bei Ihrem Rechtsanwalt bzw. Steuerberater.

Lassen Sie sich fördern!

Neben den NEUFÖG-Begünstigungen (Befreiung von diversen Gebühren und Abgaben bei der Gründung und innerhalb des ersten Jahres) gibt es viele weitere Förderungen, z. B. vom Austria Wirtschaftsservice, von der WKO, von Gemeinden und Ländern etc.

Wählen Sie die beste Rechtsform!

Neben steuerlichen spielen dabei auch Aspekte wie Haftung, Nachfolgeregelung, Altersvorsorge etc. eine wichtige Rolle. In Österreich sind neben Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH und AG) auch Personengesellschaften (z.B. OG, KG, GesbR) möglich. Gewinne von Einzelunternehmen und Personengesellschaften unterliegen prinzipiell der bis zu 50-prozentigen Einkommenssteuer. Bei Inanspruchnahme der halben Besteuerung von nicht entnommenen Gewinnen bzw. des Freibetrags für investierte Gewinne kann jedoch eine der Körperschaftsteuer ähnliche oder sogar eine geringere Steuerbelastung erzielt werden.

Denken Sie voraus!

In der Regel sind Sie bei der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft pflichtversichert und zahlen in den ersten zwei Jahren einen fixen Krankenversicherungs- und einen vorläufigen Pensionsversicherungsbeitrag. Beachten Sie, dass ca. im dritten Jahr eine Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen gekoppelt mit einer höheren Vorauszahlung auf Sie zukommt.

Finanzamt kontaktieren!

Innerhalb eines Monats muss der/die Selbstständige das Finanzamt informieren. Ein Betriebseröffnungsbogen ist auszufüllen, der unter anderem einen Forecast zu Gewinn und Umsatz abfragt. Aufgrund dieser Angaben werden die Steuervorauszahlungen vorgeschrieben. Außerdem müssen Sie zu Beginn bzw. bei Bedarf eine Umsatzsteueridentifikationsnummer (UID) beantragen, die Sie berechtigt, Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen und Vorsteuern zu lukrieren. Da Sie in der Regel im ersten und zweiten Jahr geringe Steuern vorausbezahlen, ist im dritten Jahr auch eine Steuernachzahlung, gekoppelt mit einer höheren Vorauszahlung, zu leisten. Da sollten Sie vorsorgen! (Monika Seywald*, Der Standard, Printausgabe, 10./11.02.2007)

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