Vernetzung von Know-how und Marktpotenzial

20. Juni 2007, 13:20
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Unternehmen versuchen Fach- und Führungs­kräfte länderüber­greifend zu besetzen - die Herkunft des Kandidaten spiele eine marginale Rolle. Das sei neu, meinen Experten

Die steigende Internationalisierung gebe diesen neuen Trend in der Personalsuche vor: Immer mehr Unternehmen suchen länderübergreifend nach Fach- und Führungskräften - die Herkunft der Bewerber und Bewerberinnen sei dabei zweitrangig. "Das ist neu", sagt Elisabeth Leyser, Gesellschafterin bei Hill International.

Trend

In den westlichen Ländern habe sie diesen Trend bereits längere Zeit beobachtet, für Besetzungen in Zentral- und Osteuropa aber erst seit Kurzem. Russland, Polen, Tschechien, Rumänien seien nur einige der zurzeit bevorzugten Besetzungsregionen. Zudem unterscheiden sich die Nachfragen der Unternehmen insofern, als etwa für Besetzungen in Kroatien Kroaten gesucht werden. "Es werden Leute gesucht", sagt Leyser, "die in der Region funktionieren."

Die Vernetzung des Marktpotenzials und Know-hows stehen hier für regionenübergreifende Besetzungen im Vordergrund - "an diesem Punkt haben die Unternehmen ihr Denken verändert", so Elisabeth Leyser weiter.

Schwierige Suche

Sicher sei diese länderübergreifende Suche zu einem Teil auch darauf zurückzuführen, dass die Suche bei manchen Qualifikationen nicht ganz einfach sei, so die Hill-Gesellschafterin.

Am schwierigsten gestalte sich die Suche nach dem Idealkanidaten für Unternehmen des technischen Bereichs, der Baubranche und für Produktionsbetriebe - aber auch Finanzdienstleister müssen dieser Tage mehr Anstrengung in ihre Besetzungsarbeit legen. Die Mehrkosten, die bei dieser Form der ausgedehnten Suche entstehen, seien dabei nicht das Problem. Für die nachfragenden Unternehmen seien sie nicht zentral.

"Mit dieser Art der Suche reagieren wir unmittelbar auf den Markt", sagt Leyser. Das Hill-Netzwerk, das mittlerweile in 19 Ländern verankert ist, könne bereits auf einige Erfolgsstorys verweisen.

Service verbessern

Kein Grund aber, sich auf erworbenen Lorbeeren auszuruhen. Nächste Woche sei ein Treffen aller Hill-Geschäftsstellenleiter einberaumt worden, um an einer Bündelung der Kräfte in diese Richtung zu arbeiten. Treibende Kraft dafür sei die deutsche Dependance gewesen.

"Wir werden nach Möglichkeiten suchen, unser Service dahingehend besser gestalten zu können", sagt Elisabeth Leyser. Konkret werde man auch daran arbeiten, eine einheitliche Datengrundlage in den Ländern zu generieren.

Selbstredend werde nur dann auf die gemeinsame Datenbank aller Hill-Geschäftsstellen zugegriffen und würden nur jene Kandidaten international vermittelt, die das auch dezidiert wünschen, betont Leyser. (Heidi Aichinger, Der Standard, Printausgabe, 10./11.02.2007)

  • Elisabeth Leyser, Gesellschafterin Hill International The Human Resource Partner.
    foto: hill

    Elisabeth Leyser, Gesellschafterin Hill International The Human Resource Partner.

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