Alcatel-Lucent streicht 12.500 Jobs

16. März 2007, 13:29
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Telekom-Austrüster will 1,7 Milliarden Euro einsparen - Französische Gewerkschaften kündigten Streik an

Paris/Wien - Auch Alcatel-Lucent kann sich den schwierigen Marktbedingungen und dem hartem Wettbewerb unter den Telekomausrüstern nicht entziehen. Nach einem Sturz in die Verlustzone im vierten Quartal 2006 verschärft das Unternehmen seinen Sparkurs: Statt 9000 Stellen würden beim Weltmarktführer für Kommunikationstechnik binnen drei Jahren 12.500 Arbeitsplätze gestrichen, teilte Konzernchefin Patricia Russo gestern, Freitag, in Paris mit.

In Österreich gibt sich das Unternehmen noch abwartend. Es sei zu früh, etwas zu sagen, hieß es aus der Wiener Niederlassung. Man gehe aber davon aus, dass die internationalen Stellenstreichungen hierzulande "kaum" Auswirkungen haben würden. Genaueres lasse sich erst Ende kommender Woche sagen, so der österreichische Sprecher von Alcatel-Lucent, Bernhard Mayr.

Streik steht bevor

Mit den Stellenstreichungen will das französisch-amerikanische Unternehmen 1,7 statt der ursprünglich geplanten 1,4 Mrd. Euro einsparen. Der Telekomausrüster hat derzeit noch rund 80.000 Mitarbeiter in 130 Ländern. Die französischen Gewerkschaften kündigten für den 15. Februar einen Streik an.

Alcatel-Lucent entstand 2006 aus der Fusion von Alcatel mit dem US-Wettbewerber Lucent Technologies. Ein Vergleich der Geschäftszahlen 2006 und 2005 ist schwierig, weil Konzernteile mit anderen Unternehmen ausgetauscht wurden. Auf vergleichbarer Basis sank der Umsatz von Alcatel-Lucent 2006 um zwei Prozent auf 18,25 Mrd. Euro. Der Überschuss erreichte pro forma 522 Mio. Euro nach 1,67 Mrd. ein Jahr zuvor. (dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11.2.2007)

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