Liebscher appelliert an Verantwortung der Lohnverhandler

19. Juli 2000, 13:50

Teurere Lohnrunde würde Lohn-Preis-Spirale in Gang setzen

Wien - Für eine maßvolle Lohnpolitik spricht sich der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, aus. Er hoffe, dass bei der heurigen Herbstlohnrunde alle Beteiligten vertretbare und verantwortungsbewusste Verhandlungen führen und sich am Ziel der Preisstabilität orientieren, damit es zu keinen Zweitrundeneffekten kommen könne, sagte Liebscher am Mittwoch zur APA.

Angesichts der in Österreich im Juni stark gestiegenen Teuerungsrate hatten Wirtschaftsforscher eine teurere Lohnrunde erwartet und dabei zur Vorsicht gemahnt, um nicht die Lohn-Preis-Spirale in Gang zu setzen.

Der Anstieg der Inflationsraten in Europa sei für die Notenbanker nicht überraschend gekommen, sagte Liebscher. Man müsse nun aber mit sehr großem Augenmerk die weitere Entwicklung beobachten. Verantwortlich für den gestern bekannt gegebenen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,4 Prozent im Durchschnitt der Euro-Länder sei vor allem der Ölpreis. In Österreich kämen durch die Gebührenerhöhungen per Anfang Juni noch "hausgemachte" Faktoren dazu. (APA)

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