Irland räumt Fehler bei Untersuchungen ein

2. März 2007, 11:47
1 Posting

Hinweise aus "Operation Flo" übersehen - Polizeisprecher nannte "menschliches Versagen" als Ursache

Wien - Fehler bei Ermittlungen gegen Konsumenten von Kinderpornografie im Internet haben irische Behörden am Freitag zugegeben. Man habe Hinweise der österreichischen Polizei auf irische Verdächtige im Rahmen der "Operation Flo" übersehen und dementsprechende Warnungen missachtet, räumte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AP ein.

Ermittlungsleiter Harald Gremel von der österreichischen Meldestelle für Kinderpornografie beim Bundeskriminalamt in Wien habe der Tageszeitung "The Irish Times" zufolge Kritik an der Beteiligung Irlands an den Ermittlungen geäußert. "Irland war, neben einzelnen südamerikanischen Ländern, das einzige europäische Land, das nicht geantwortet hat. Es bleibt jedem Land überlassen, ob es an der Verfolgung von Kinderpornokonsumenten teilnehmen will", zitierte das Blatt Gremel.

"Menschliches Versagen"

Der irische Polizei-Sprecher Ray McHugh teilte mit, dass es seine Einheit bedauere, nicht reagiert zu haben. Die Informationen seien gemeinsam mit vielen anderen eingetroffen. Dabei hätte dann "menschliches Versagen" zu den Fehlern geführt. Disziplinäre Maßnahmen werde es deswegen aber nicht geben, so McHugh.

Der irische Premier Bertie Ahern und Justizminister Michael McDowell reagierten auf die Vorkommnisse: Die Einheit müsse Tipps aus anderen Ländern besser verwerten und das System verbessern. Den Entschluss, keine Beamten zur Rechenschaft zu ziehen, unterstützten beide.

Das österreichische Innenministerium hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass weltweit gegen 2.361 Verdächtige ermittelt werde, die sich Filme mit schwerstem sexuellen Kindesmissbrauch aus dem Internet besorgen wollten. Am 22. August 2006 waren laut Bundeskriminalamt alle involvierten Interpol-Länder über den Fall informiert worden. (APA)

Share if you care.