Milder Winter macht Eiswein zur Rarität

5. März 2007, 16:57
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In Österreich gibt es einen Ernterückgang gegenüber dem Vorjahr um über zwei Drittel. Besonders betroffen sind die Winzer im Burgenland

Eisenstadt - Der anhaltend milde Winter macht den Eiswein heuer zu einer besonderen Rarität: Österreichweit wurden laut Angaben der Bundeskellereiinspektion nur 70.000 Kilogramm der begehrten Trauben gelesen, gegenüber dem Vorjahr (251.000 Kilogramm) ging die Ernte um mehr als zwei Drittel zurück. Besonders betroffen waren die Winzer im Burgenland, wo die Ausbeute mit 19.000 Kilogramm im Vergleich zum vergangenen Winter (148.000 Kilogramm) mehr als bescheiden ausfiel.

Weinlese nur an wenigen Tagen

Im Burgenland konnten die vor allem auf dem internationalen Markt begehrten Eisweintrauben nur an einigen wenigen Tagen - und da auch nur an manchen exponierten Stellen - gelesen werden. Für heuer ist das Warten auf Frost jedenfalls vorbei: In diesen Tagen schneiden die Winzer jene Trauben ab, die sie noch an den Stöcken haben und keltern daraus Beeren- oder Trockenbeerenauslesen.

"Wir warten nicht mehr auf Frost. Wir haben in dieser Woche die letzten Trauben mit 34 bis 38 Klosterneuburger Zuckergraden von den Stöcken geschnitten", schildert Gerhard Kracher, Starwinzer aus Illmitz, im Gespräch mit der APA. "Für heuer ist es vorbei mit der Eisweinlese. Eigenartig ist nur, die Kunden verlangen schon jetzt vermehrt Eiswein. Wahrscheinlich, weil sie wissen, dass wir fast keinen haben. Aber gerade das ist ja das reizvolle an diesem Produkt. Man weiß nie, ob, wie viel und wann man ernten kann", so Kracher.

Gute Nachfrage

In vielen Weingärten werden derzeit schon die Rebstöcke geschnitten. Manche Winzer sind mit dem Schneiden sogar schon fertig und bereiten ihre Weingärten auf die kommende Lese vor. Ob 2007 ein Eisweinjahr wird, kann zum heutigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Eines steht aber jetzt schon fest: Die Nachfrage nach Eiswein des Jahrganges 2006 ist schon jetzt gut und wird nach Meinung von Fachleuten in den kommenden Wochen noch steigen.

Jetzt besteht zudem die berechtigte Chance, dass auch ältere Jahrgänge dieser Spezialität mit dem leichten Frostgeschmack verkauft werden können. Das besondere am Eiswein: Die Weintrauben müssen in gefrorenem Zustand gelesen und sofort gepresst werden, damit der Wein den typischen Eisgeschmack bekommt. Meist kann man bei einer Temperatur um minus sieben Grad die Trauben abschneiden. (APA)

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