Überstunden machen unzufrieden

15. März 2007, 16:53
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Frauen arbeiten durchschnittlich neun Stunden weniger als Männer - Hoher Anteil an Teilzeitbeschäftigung als Grund

Wien - Ein Drittel der Beschäftigten in Österreich arbeitet länger als 40 Stunden pro Woche, geht aus dem am Freitag veröffentlichten Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich hervor. Fast jede/r sechste Beschäftigte kommt auf mehr als 45 Stunden pro Woche. Dies wirke sich dramatisch auf die Arbeitszufriedenheit aus, heißt es in der Studie: Je länger die Arbeitszeit, desto unzufriedener der/die ArbeitnehmerIn.

Im Detail arbeiten 17 Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zwischen 40 und 45 Stunden pro Woche, weitere 16 Prozent bringen es sogar auf mehr als 45 Stunden. Sie liegen damit deutlich über einer Wochenarbeitszeit von 38 oder 40 Stunden, die für 43 Prozent aller Beschäftigten in Österreich üblich ist. Nur 23 Prozent der Beschäftigten arbeiten weniger als 35 Stunden die Woche.

Mehrarbeit macht unzufrieden

Beschäftigte, die regelmäßig mehr als 2 Stunden länger arbeiten müssen als vereinbart, sind deutlich unzufriedener als andere. Bei ArbeitnehmerInnen in leitender Funktion wirkt sich die Mehrarbeit jedoch kaum negativ aus, da die längere Arbeitszeit in dieser Gruppe finanziell abgegolten wird. Ihre Einkommenszufriedenheit liegt daher über der anderer Arbeitnehmer.

Die meisten Mehr- und Überstunden werden im Fremdenverkehr geleistet. Pro Woche wird in dieser Branche durchschnittlich um fast 5 Stunden mehr gearbeitet als vereinbart. In der Branche Verkehr/Transport/Nachrichten beläuft sich die wöchentliche Mehrarbeit auf 4,5 Stunden, im Bauwesen auf rund 4 Stunden. Die Arbeitszufriedenheit in diesen Branchen liegt seit Jahren deutlich unter dem Durchschnitt anderer Berufe.

Frauen arbeiten weniger

Frauen arbeiten pro Woche um durchschnittlich 9 Stunden weniger als Männer. Dies ist vor allem auf den höheren Anteil an Teilzeitbeschäftigten zurückzuführen. Bei genauerer Analyse der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit reduzieren sich die Unterschiede allerdings: Vollzeitbeschäftigte Männer arbeiten durchschnittlich rund 44 Stunden pro Woche, Frauen 42 Stunden. Bei Teilzeit sind es 25 beziehungsweise 23 Stunden.

Männer leisten mehr Überstunden

Generell zeigt sich aber, dass sowohl teilzeit- als auch vollzeitarbeitende Männer in einem größeren Ausmaß Überstunden leisten als Frauen. Männer verbringen pro Woche durchschnittlich vier Stunden mehr als vertraglich vereinbart am Arbeitsplatz. Frauen in Vollzeitbeschäftigung leisten im Durchschnitt 2,5 Stunden mehr, in Teilzeitbeschäftigung 2 Stunden.

Die Loyalität der Beschäftigten gegenüber ihrem Arbeitgeber sinkt, wenn dieser regelmäßig nicht vereinbarte Überstunden verlangt. Unpassende oder ungünstige Arbeitszeitregelungen sind daher ein wichtiges Motiv für einen Arbeitsplatzwechsel. Nur zwei Drittel der Beschäftigten, die bestrebt sind, in nächster Zeit ihren Dienstgeber zu wechseln, bewerten die Arbeitszeitregelung als sehr beziehungsweise ziemlich zufriedenstellend. Bei jenen, die im Unternehmen bleiben wollen, sind es immerhin 84 Prozent. (APA)

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