Von der Wunde im grünen Wienerwald

19. Juli 2000, 12:13

Kritik an Legalisierung der Steinbrüche

Mödling - Die geplante Steinbrucherweiterung in Gaaden (Bezirk Mödling) - im Naturpark Föhrenberge - bietet in Mödling neuerlich Anlass zur Kritik. Entgegen den mit dem für Naturschutz zuständigen LHStv. Hannes Bauer (S) Mitte Juni getroffenen Vereinbarungen habe das Land Niederösterreich mittels Verordnungsänderung die Steinbrüche im Wienerwald legalisiert, zeigt sich Bürgermeister Harald Lowatschek (V) empört.

Wie in der Aussendung der Stadtgemeinde ausgeführt wird, wurde am 4. Juli das Abbauverbot im Naturpark, das im Mineralrohstoffgesetz 1999 (Bundesgesetz, Anm.) verankert ist, von der NÖ Landesregierung außer Kraft gesetzt. Das bedeute - neben dem bestehenden Steinbruch von rund 18 Hektar - eine "zusätzliche riesige Wunde" in der "grünen Lunge" Wienerwald. Nun sei es möglich, die Abbaufläche um mehr als 220.000 Quadratmeter zu erweitern.

Lowatschek hat nun Bauer in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass diese Vorgangsweise dem Gespräch vom Juni, bei dem er 2.171 Unterschriften von Naturschützern überbracht hatte, widerspreche. Dabei hätte der Landespolitiker die Abhaltung einer Informationsveranstaltung für die Bevölkerung für Mitte Juli vorgeschlagen und festgehalten, dass vor dem Herbst keine Beschlussfassung hinischtlich der Verordnung über Naturparks fallen werde. Der Bürgermeister kritisierte weiter, über diese Änderung der Pläne nicht einmal in Kenntnis gesetzt worden zu sein. (APA)

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