Iran: Proteste gegen Todesurteil für Kurdinnen

15. März 2007, 16:45
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Eine Frau wegen Mordes an Ehemann, zweite wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr verurteilt - Menschenrechtsorganisation WADI fordert Aufhebung der Urteile

Düsseldorf/Wien - Die Menschenrechtsorganisation WADI (Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit) hat in einer Aussendung die iranischen Behörden dazu aufgerufen, das Todesurteil gegen zwei kurdischstämmige iranische Frauen aufzuheben. Weiters forderte die Organisation die Bundesregierung sowie die EU dazu auf, "gegen dieses Urteil unmissverständlich zu protestieren". Einer der Beschuldigten wird vorgeworfen, einen Mann getötet zu haben, der zweiten, durch eine außereheliche Beziehung schwanger geworden zu sein.

Recht auf Selbstverteidigung

Wie die in den Niederlanden beheimatete kurdische Nachrichtenagentur Firat News berichtete, wurde eine 21-jährige Kurdin von einem Gericht wegen "Schwangerschaft nach außerehelicher Beziehung" zum Tode verurteilt. Der Mann, mit dem diese außereheliche Beziehung eingegangen worden sein soll, wurde nach 99 Peitschenschlägen freigelassen. In der Aussendung verurteilt WADI die "frauenfeindlich Politik Irans aufs schärfste" und kritisiert vor allem, dass die "patriarchalen Strukturen" den Frauen im Land "das Selbstbestimmungsrecht über ihr Leben" und weiters "das Recht auf Selbstverteidigung" absprechen würden. Frauen würden prinzipiell als "Schuldige" gebrandmarkt.

Laut der kurdischen Menschenrechtsorganisation RMMK handelte es sich bei dem Mord um Notwehr, da der Mann versucht habe, die Frau zu vergewaltigen. WADI merkte an, "solange Frauen nicht als freie Individuen gesehen werden, wird das Entscheidungsrecht über das Leben der Frauen immer bei denen liegen die die Frauen als ihr Eigentum, als Objekt sehen". Die Folgen dieser Mentalität seien "Morde, Vergewaltigungen, Entrechtung, Freiheitsberaubung, Entmündung von Frauen". (APA)

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