Verbund will Anteile statt Ösl

9. März 2007, 14:23
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Wirtschaftsminister Martin Bartenstein glaubt an Genesung für Ösl und ist für Einkauf bei Landesversorgern

Wien – Fünf Jahre nach ihrer Taufe kann die Österreichische Stromlösung (Ösl) noch immer nicht laufen. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein glaubt nach wie vor an eine Genesung und Sinnhaftigkeit, meint nun aber, einen Geburtsfehler entdeckt zu haben: "Im Großraum Wien ist eine Bewertungshürde entstanden."

Worin selbige besteht, verrät Verbund-Vorstandschef Hans Haider: Die für den Zusammenschluss des Stromvertriebs von Verbund und EnergieAllianz (Wienstrom, EVN Bewag/Begas) notwendige Bewertung von Unternehmensteilen (wie dem Vertrieb) sei "total kompliziert". "Die Ösl könnte nur mit einer echten gesellschaftsrechtlichen Verschränkung besser funktionieren", meint Haider, der nie ein Fan der Ösl war. "Das Bessere ist der Feind des Guten", konterte Bartenstein prompt, unterstützt Haider aber bei seinem Angebot an die Bundesländer, Anteile an ihren Landesversorgern abzukaufen und, wenn gewünscht, auch Mehrheitseigner zu bleiben.

Er könne die Länder (Wien, Niederösterreich, Anm.) nicht zu etwas wie die Bildung einer gemeinsamen Netzgesellschaft mit dem Verbund zwingen, was zu ihrem Vorteil wäre, sagt Bartenstein. Der Verbund sei jedenfalls finanzstark genug, diesen Weg zu gehen. Diese beiden Bundesländer bzw. ihre Landesversorger halten übrigens umgekehrt gemeinsam rund 25 Prozent am Verbund. Demgegenüber betonte Bartenstein, er als Energieminister "halte dieses Projekt weiter für sinnvoll". (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.2.2006)

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