EADS-Beschäftigte protestieren gegen Jobverlagerung

1. März 2007, 14:28
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Aktionstag der IG Metall stand unter dem Motto "Rettet den Technologie-Standort Ottobrunn"

Ottobrunn - Mehrere hundert Beschäftigte des Flugzeugbau- und Rüstungskonzerns EADS haben am Donnerstag in Ottobrunn gegen die geplante Verlagerung der Militärflugzeug-Aktivitäten ins 100 Kilometer entfernte Manching bei Ingolstadt protestiert. An einem Aktionstag der IG Metall unter dem Motto "Rettet den Technologie-Standort Ottobrunn" beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben rund 600 Beschäftigte.

Hauptkritikpunkt sei, dass EADS mit der Verlagerung den Forschungs- und Entwicklungsstandort in Ottobrunn aufgeben wolle, sagte Harald Flassbeck von der IG Metall.

Sparprogramm "Power 8"

Dadurch könne der Technologiestandort Deutschland beispielsweise gegenüber Frankreich ins Hintertreffen geraten, sagte Flassbeck auch mit Blick auf das Tauziehen um das geplante Sparprogramm "Power 8" für die EADS-Flugzeugtochter Airbus. Es müsse verhindert werden, dass deutsche Standorte zu einer "verlängerten Werkbank" im Konzern würden. Mit dem Protest wollen die Beschäftigten-Vertreter unter anderem Gespräche über eine Beschäftigungssicherung erreichen. Bisher lehne die Unternehmensleitung dies aber ab, sagte EADS-Betriebsrat Walter Klessinger.

Die Verlagerung der Militärflugzeug-Aktivitäten steht im Zusammenhang mit der Neustrukturierung des EADS-Rüstungsgeschäfts. Nach Angaben Klessingers sind rund 2.500 Beschäftigte von der Verlagerung betroffen, die nach Plänen der EADS bis 2008 abgeschlossen sein soll. Generell sollen im Rahmen der Neustrukturierungen unter anderem das Geschäft der EADS-Division Defence & Security Systems in drei Bereichen konzentriert und die Zentralfunktionen zusammengeführt werden. So will der Konzern die Integration vorantreiben und die Effizienz steigern.

Die EADS hatte erklärt, durch die Maßnahmen werde es nicht zu einem Arbeitsplatzabbau kommen. Die Beschäftigten befürchten aber dennoch Einschnitte, wenn es beispielsweise zu einer Zusammenlegung des Einkaufs komme. Wie viele Stellen in Gefahr sein könnten, ist aber aus Sicht der Beschäftigten-Vertreter nicht absehbar. (APA/dpa)

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